"Flucht in die Karibik" /
"ZDFzoom"-Dokumentationüber die Steuertricks der Konzerne
ID: 826824
ganzen Welt, doch sie zahlen immer weniger Steuern. Nicht nur Apple,
IKEA oder Starbucks - auch deutsche Konzerne haben ein
weitverzweigtes Netz an Finanztöchtern in Steueroasen. Wie diese
Geflechte aussehen, zeigt die "ZDFzoom"-Dokumentation "Flucht in die
Karibik" am Mittwoch, 6. März 2013, um 23.15 Uhr.
Der Schaden für die Gesellschaft ist gigantisch. Bis zu eine
Billion Euro im Jahr gehe den EU-Mitgliedsstaaten durch Steuerflucht
und -hinterziehung verloren, schätzt der zuständige EU-Kommissar
Algirdas Semeta: "Das ist nicht nur ein skandalöser Verlust dringend
benötigter Einnahmen, sondern auch eine Gefahr für ein gerechtes
Steuersystem." Dass internationale Konzerne ihre Gewinne mittels
Briefkastenfirmen in Niedrigsteuer-Länder verschieben, dafür hat
Bundesfinanzminister Schäuble sogar Verständnis: "Jedes Unternehmen
muss versuchen, die steuerlich günstigsten Möglichkeiten
herauszukriegen. Wer multinational tätig ist, wird seine
Steuerbelastung durch Verlagerung reduzieren. Das ist nicht illegal,
sondern legal."
Legal? "ZDFzoom"-Reporter Jo Schück folgt der Spur der
Steuervermeider in die Niederlande. Kaum jemand ahnt, dass unser
Nachbar im Westen eine der größten Steueroasen der Welt ist - weil
Beteiligungserträge, Lizenzgebühren und Zinseinnahmen für Holdings
meist steuerfrei sind. Eine Chance zum Geld sparen, die sich kaum ein
Unternehmen entgehen lässt.
Und das ist nur der Anfang: Briefkastenfirmen in Delaware/USA,
Niederlassungen in der Karibik, Steuer-Anwälte in New York - mit
diesem Geflecht werden Gewinne niedriggerechnet und damit Steuern
gespart.
Auf dem G-20-Gipfel in Moskau erfährt "ZDFzoom"-Reporter Jo Schück
von geplanten Gegenmaßnahmen der Politik: Die Finanzminister von
Deutschland, Frankreich und England wollen gemeinsam mit der OECD
neue Spielregeln für die internationalen Finanzströme entwickeln. Es
gehe nur gemeinsam, erklärt OECD-Generalsekretär Ángel Gurría
gegenüber "ZDFzoom", und sei dennoch unerlässlich: "Heutzutage will
jeder Staat sein Haushaltsdefizit reduzieren, jeder will Schulden
abbauen, alle bemühen sich. Aber wenn die Basis der Steuereinkommen
sehr klein ist, weil die großen Konzerne nicht zahlen, dann hast du
ein Problem, dann musst du den Rest der Bevölkerung besteuern."
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Datum: 04.03.2013 - 12:16 Uhr
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