Weser-Kurier:Über den Kader des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen schreibt der Bremer WESER-KURIER:
ID: 836884
wird, dass die Verantwortlichen im vergangenen Sommer bei der
Zusammenstellung des Kaders Fehler gemacht haben. Der damalige
Sportchef Klaus Allofs und Thomas Schaaf hatten eine eigentlich
verheißungsvolle Mannschaft zusammengestellt. Feine Fußballer wie
Eljero Elia und Kevin De Bruyne waren gekommen, dazu Spieler wie Nils
Petersen und Theodor Gebre Selassie, die die Fantasie beflügelten -
das könnte eine ganz ansehnliche Truppe ergeben, dachte man. Davon
waren offenbar auch Schaaf und Allofs überzeugt, die in ihre Pläne
eingerechnet hatten, dass Spieler wie Marko Arnautovic, Sebastian
Prödl, Lukas Schmitz oder Mehmet Ekici den nächsten Schritt in ihrer
Entwicklung vollziehen würden. Heute weiß man: Es ist nicht so
gekommen. Kevin De Bruyne ist ein Gewinn, Nils Petersen ist es auch.
Aber sonst? Nachdem Chefeinkäufer Klaus Allofs weg ist, muss Trainer
Thomas Schaaf allein die Verantwortung dafür tragen, dass es bei
Werder einfach nicht vorwärts geht. Elia, Schmitz, Prödl sind keine
unverzichtbaren Größen geworden, Gebre Selassie, Arnautovic und Ekici
pendeln zwischen Spielfeld und Auswechselbank. Sie werden unter dem
Trainer Thomas Schaaf einfach nicht besser. Irgendetwas stimmt da
nicht. Und wenn es - wie man im Verein offenbar immer noch fest
annimmt - nicht am Trainer liegt, dann bleiben nur die Spieler übrig.
Also wird Werder - wie von Allofs' Nachfolger Thomas Eichin jetzt
angekündigt - den Kader im Sommer umstrukturieren. Dass am Wochenende
das Fehlen eines Spielertypen wie Clemens Fritz beklagt wurde,
verdeutlicht einen Mangel. Schaaf hat dieses Risiko im Sommer in Kauf
genommen. Jetzt hat er ein Problem, das er nicht in den Griff
bekommt. Es gab eine Zeit, da hatten Mannschaften sogenannte
Führungsspieler. Es ist noch gar nicht lange her, da gaben Profis wie
Torsten Frings, Per Mertesacker, Tim Wiese, Naldo oder Claudio
Pizarro in Bremen den Ton an - sie hatten Erfahrung, waren aufgrund
ihres Alters, ihrer Leistungen auf dem Platz oder ihrer Qualitäten
außerhalb des Feldes allesamt Charakterköpfe, die einer Mannschaft
eine Richtung geben konnten. Diese Typen haben Schaaf und Allofs
ziehen lassen oder weggeschickt. Fertige Profis gibt es außer Fritz
nicht mehr. Dabei könnte Werder sie gerade jetzt besonders gut
gebrauchen. Bei allem Talent und aller Perspektive - wenn diese
Saison ohne Totalschaden zu Ende geht, dann braucht der Kader eine
andere Mischung. Es ist der einzige Ansatzpunkt, denn in der
Trainerfrage hat sich der Verein ja festgelegt.
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Datum: 18.03.2013 - 20:41 Uhr
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