Badische Neueste Nachrichten: Kein Geschichtsbewusstsein
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Mahnwache der Abrissgegner Alarm schlagen konnte, sorgten die
Arbeiter für vollendete Tatsachen an der East Side Gallery in Berlin.
Man braucht kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass es über die
Ostertage zu neuen und möglicherweise auch zu gewalttätigen Protesten
rund um das Mauer-Denkmal kommen wird. In der Hauptstadt wird das
Gedenken an das Symbol der Teilung mit Füßen getreten. Schon
vergessen sind die Versprechungen des Regierenden Bürgermeisters
Klaus Wowereit, der sich für eine einvernehmliche Lösung stark machen
wollte. Wenn es um lukrative Grundstücke an der Spree geht, hat das
Geschichtsbewusstsein offensichtlich ausgedient. Im längsten noch
erhaltenen Mauerstück mit seinen Zeichnungen bekannter Künstler
klafft eine weitere Lücke, um Platz für den Zugang zu
Luxus-Eigentumswohnungen am Wasser zu schaffen. Der
Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg hatte sich einst
für die Genehmigung des Bauvorhabens eingesetzt, nach den anhaltenden
Protesten machte er aber einen Rückzieher. Anstatt sich von
vornherein für den Erhalt der Touristen-Attraktion einzusetzen, wurde
dem Kommerz Tür und Tor geöffnet. Vielen Berliner Politikern fehlt
offenbar der Bezug zur Geschichte der geteilten Stadt. Vielleicht
hätte man sich viel früher Gedanken machen sollen für ein umfassendes
Gedenkstätten-Konzept.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 27.03.2013 - 22:45 Uhr
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