Südwest Presse: KOMMENTAR · UNICEF-STUDIE
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Den deutschen Jugendlichen geht es besser als je zuvor. Sie
rauchen weniger, sie sind seltener in Schlägereien verwickelt und
deutlich weniger von Armut bedroht als die Altersgenossen der meisten
anderen Industrienationen. Der Höhepunkt des Ganzen: Was die
schulischen Leistungen angeht, hat Deutschland zu den Besten
aufgeschlossen. Die neueste Unicef-Studie liefert viele Gründe, stolz
und zufrieden zu sein. Es geht uns gut! Trotzdem muss man sich
fragen, warum die objektiv messbaren Ergebnisse von den subjektiven
Empfindungen der Jugendlichen so stark abweichen. Dies allein auf die
grundsätzlich eher miesepetrige Stimmung der Deutschen zu schieben,
ist eine zu einfache Lösung. Dieses Teilergebnis der Studie ist eine
Warnung an all diejenigen, deren Versessenheit auf standardisierte
Leistungsvergleiche längst ungesunde Ausmaße angenommen hat. Es geht
nicht darum, Schüler zu produzieren, die möglichst viel Wissen in
sich aufsaugen und auf Knopfdruck perfekt wieder ausspucken. Es geht
darum, selbstbewusste und damit verantwortungsvolle Menschen
heranzuziehen. Menschen, die sich nicht nur für sich selbst, sondern
auch für die Gesellschaft einsetzen. Gute Noten allein sind dafür
keine Garantie. So banal es klingt: Erfolg allein macht nicht
glücklich. Doch unzufriedene und unglückliche Menschen können auf
Dauer nicht erfolgreich sein. Kinder schon gar nicht.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 10.04.2013 - 19:44 Uhr
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