Neue OZ: Kommentar zu Gesellschaft / Kinder / Soziales
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Jammern auf hohem Niveau: Das ist der erste Gedanke angesichts der
UNICEF-Studie über die Unzufriedenheit deutscher Jugendlicher mit
ihrer persönlichen Situation. Immerhin ist die Bundesrepublik ein
reiches Land. Zwar bleibt Kinderarmut unverändert ein Thema, doch
geht es den allermeisten Mädchen und Jungen in Deutschland materiell
gut.
Wenn sich dennoch viele Jugendliche als eher unglücklich
einschätzen, so spielen andere Hintergründe eine wichtige Rolle.
Leistungsdruck ist solch ein Faktor. Nicht jeder schafft es, die
Erwartungen in Schule und Gesellschaft zu erfüllen. Die oftmals
einseitige Konzentration auf Erfolg fordert ihren Tribut. Wer nicht
mithalten kann, gerät in einem solchen Umfeld schnell ins Abseits. Es
gilt deshalb, das Blickfeld zu erweitern. Eine neue Kultur der
Wertschätzung muss stärker den ganzen Menschen ins Auge fassen, und
nicht nur jene Fähigkeiten, die mess- und benotbar sind. Wer schwach
ist, muss gefördert werden; wer einmal scheitert, sollte eine neue
Chance bekommen und darf nicht als Verlierer abgestempelt werden.
Zudem sind große politische Aufgaben zu meistern. Denn nach wie
vor ist in Deutschland jedes zehnte Kind von relativer Armut
betroffen. Zu Recht fordert UNICEF eine stärkere Förderung
wirtschaftlich schwacher Familien. Jeder muss die gleichen Chancen
bekommen, und sollte sie dann auch nutzen.
Uwe Westdörp
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 10.04.2013 - 22:00 Uhr
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