Lausitzer Rundschau: Gegen die Zukunft
Zur Abstimmungüber die Frauenquote
ID: 855378
wenn die Bosse weiblich sind. Die Gewinnerwartung der Aktionäre und
der Leistungsdruck auf die Mitarbeiter bleiben, ob mit oder ohne
Frauenquote. Einige Besonderheiten der herrschenden Männerkultur in
den Führungsetagen allerdings würden wohl verschwinden.
Wahrscheinlich ist Verantwortung für Angehörige, inklusive
Kinderbetreuung, dann kein Leistungsmakel mehr. Wahrscheinlich wird
es auch keine Belohnungsreisen in ausländische Puffs mehr geben. Und
die Personalentscheidungen werden nicht mehr auf dem Golfplatz
getroffen. Vor allem wird der Wettbewerb "Wer hat den größten
(Konzern, Aktienkurs, Gewinn)?" aufhören. Der hat in der
Vergangenheit ja schon so manchen Weltkonzern an den Rand des Ruins
gebracht. Gegen die Frauenquote wird mit dem Leistungsprinzip
argumentiert. Würde es gelten, dann müsste sich der Anteil der Frauen
in den Chefetagen der Wirtschaft längst der Quote weiblicher
Abiturienten (55 Prozent) und Hochschulabsolventen (51 Prozent)
angenähert haben. Er beträgt aber nur rund sieben Prozent in den
Vorständen, 20 Prozent in den Aufsichtsräten. Es ist in Wahrheit
genau umgekehrt: Das jetzige System entscheidet Führungsfragen eben
nicht nach Leistung; es stellt eine Negativquote dar. Die
Personalfindung für die Top-Positionen erfolgt noch in
männerbündischen Systemen namens Herrenabend oder schlagende
Verbindung. Und die Headhunter können, so viel sie auch suchen, keine
Frauen finden, weil es so wenig gibt da oben. Ändern wird sich das
sowieso mit der Zeit. Die Frage ist nur, wie lange es dauert. Mit der
Frauenquote geht es schneller. Sie ist eine Brücke. Es würde deshalb
Sinn machen, ein Quotengesetz zeitlich zu befristen, denn wenn erst
einmal ein Anteil von 30 oder 40 Prozent erreicht ist, wird es keinen
Rückfall in die alte Kultur mehr geben. Freilich werden manche Männer
froh sein, wenn es dann noch Bestimmungen gibt, die ihnen einen
Mindestanteil garantieren. Denn Frauen sind womöglich nicht weniger
diskriminierend, wenn sie erst einmal das Sagen haben. Es ist klar,
dass CDU und FDP das Spielchen der Opposition heute im Bundestag
nicht mitspielen können. Sie sollen nur vorgeführt werden. Aber warum
haben die bürgerlichen Parteien nicht längst selbst einen
Gesetzesvorschlag erarbeitet? Ist Gleichberechtigung etwa
sozialistisch und gute Unternehmensführung links? Was halten CDU und
FDP da in Wahrheit auf bei der Abstimmung? Es ist ein Stück von der
Zukunft. Auch ihrer eigenen.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.04.2013 - 23:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 855378
Anzahl Zeichen: 2908
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 225 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Gegen die Zukunft
Zur Abstimmungüber die Frauenquote"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Badische Neueste Nachrichten: Moskaus Rache ...
Er entlarvte korrupte russische Beamte und führte das Wort bei den Massenprotesten gegen Wladimir Putin. Jetzt muss sich Alexej Nawalny, Russlands populärster Oppositionsführer, vor Gericht wegen Veruntreuung verantworten. Er soll einen staatlichen Holzbetrieb um 400 000 Euro geschädigt habe
Badische Neueste Nachrichten: Notwendige Mission ...
Kein Ende in Sicht. Seit Dezember 2008 beteiligt sich die Bundeswehr an der EU-Operation "Atalanta" am Horn von Afrika und im Golf von Aden, um die Piraterie vor den Küsten Somalias zu bekämpfen und den für den Welthandel so wichtigen Seeweg vom Mittelmeer über den Suezkanal in den I
Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Steuerhinterziehung: Was sind wir schuldig? ...
Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Steuersünder enthalten dem Staat Geld vor, das dann im Bildungswesen und bei der Kinderbetreuung, im Straßenbau oder auch bei der Kulturförderung fehlt. Es ist deshalb auch eine Aufgabe des Staates, im Interesse aller mit dafür zu sorgen, dass di
Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Hilfe für Krankenhäuser: Ein Notpflaster ...
Da ist etwas aus dem Gefüge geraten: Hierzulande kommen Patienten so häufig auf den OP-Tisch wie fast nirgendwo sonst, bei den Gesundheitsausgaben ist Deutschland ganz vorne mit dabei - und etwa ein Drittel der Krankenhäuser schreibt rote Zahlen. Nicht zu vergessen kleine Häuser wie die in L




