Neue OZ: Kommentar zu Tarife / Luftverkehr
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Zigtausende Fluggäste der Lufthansa werden heute darunter leiden
müssen, dass sich die Gewerkschaft Verdi und der Konzern im
Tarifstreit für rund 33 000 Techniker und Servicekräfte noch nicht
einigen konnten. Der Ausstand wird die Airline nach eigener Schätzung
einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Das ist bitter, im
gewohnten Prozedere bei Tarifauseinandersetzungen aber nicht neu und
hinnehmbar.
Denn bisher sind Tarifverhandlungen und eventuelle Streiks oder
Aussperrungen in unserem Land zivilisiert und glimpflich abgelaufen,
in diesem Bereich ist in Deutschland geradezu eine bewährte Kultur
entstanden, um die uns Nachbarländer wie Frankreich oder Italien
häufig beneiden. Mag es bei einzelnen Veranstaltungen sowohl auf
Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite durchaus einmal hoch
hergehen, ist eines bisher gewahrt geblieben: der Wille zur
friedlichen Einigung.
Darauf kann man auch im aktuellen Konflikt zählen. Und soweit
Forderung und Angebot auch noch auseinanderliegen mögen, neue
Verhandlungstermine für Ende April und sogar schon Anfang Juni sind
bereits vereinbart. Das lässt auf einige Knackpunkte bei den
Verhandlungen schließen. Hier geht es einerseits um
Milliardeneinsparungen, andererseits um mehr Gehalt und Jobgarantien.
Das Ergebnis wird wie so oft in einem Kompromiss liegen.
Gerhard Placke
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Datum: 21.04.2013 - 22:00 Uhr
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