Zur Ausschreibung der Krankenkassen für Grippeimpfstoffe: Kassen sparen auf Kosten ihrer Mitglieder

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Zur Ausschreibung der Krankenkassen für Grippeimpfstoffe: Kassen sparen auf Kosten ihrer Mitglieder



(pressrelations) -
Berlin (vfa). In 11 von 18 Kassen-Regionen Deutschlands haben die gesetzlichen Krankenkassen die Impfstoff-Versorgung ihrer Mitglieder für Grippeschutzimpfungen ausgeschrieben und meist auch schon mit einem Exklusivvertrag mit einem Hersteller abgeschlossen. Das bedeutet: Viele Bürger werden auch im nächsten Herbst wieder keine andere Grippeimpfung erhalten können als die, für die sich ihre Krankenkasse Rabatte gesichert hat. Sollten Lieferengpässe auftreten -wie schon 2012 -, könnten andere Anbieter nicht kurzfristig einspringen - weil die Verträge dies nicht zulassen und weil sie ihre Lieferkapazitäten für Deutschland auch nicht darauf einrichten konnten (saisonale Grippeimpfstoffe lassen sich nicht auf Vorrat produzieren).

"Das Problem ist nicht neu", kommentiert heute Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), "und deshalb ist es unverständlich, dass die Kassen aus dem Schaden nichts gelernt haben: Sie setzen weiterhin auf Exklusivausschreibungen, um so wenig wie möglich für die Grippeimpfung auszugeben, und nehmen möglicherweise Versorgungsprobleme in Kauf."

Fischer weiter: "Damit halten die Kassen auch den Fortschritt bei den Grippeimpfstoffen von ihren Mitgliedern fern. Denn Impfstoffe sind unterschiedlich: Senioren und Kinder könnten mit speziell auf sie abgestimmten Impfstoffen geimpft werden - Kinder sogar wahlweise mit einer Spritze oder einem Nasenspray. Ab nächster Saison werden voraussichtlich auch Impfstoffe angeboten, die vor vier statt nur drei aktuellen Virenstämmen schützen können. Doch um Ausgaben zu vermeiden, setzen die Kassen auf Einheitsimpfstoffe ohne solche Merkmale. Das ist nicht im Sinne der Versicherten und sendet ein klares Signal an die Hersteller, Impfstoffe nicht mehr weiterzuentwickeln!"

Ein Umdenken sei nötig, so Fischer abschließend: "Statt der Exklusivverträge brauchen wir Kooperationsvereinbarungen zwischen Herstellern und Kassen, die die Impfziele in den Vordergrund stellen. Das würde den Kassen letztlich auch mehr Geld sparen helfen als die herkömmlichen Rabattverträge mit den Anbietern; denn weniger Grippe-Kranke wären dann in Deutschland ärztlich zu versorgen."



Für die Saison 2012/13 sind in Deutschland 16 Impfstoffe gegen die saisonale Grippe (Influenza) zugelassen (siehe http://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/influenza-grippe/influenza-grippe-node.html).

Sie sind entwickelt worden gegen die Virenstämme, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der europäischen Arzneimittelagentur EMA als die relevantesten für die aktuelle Grippesaison eingestuft wurden. Mehrere davon sind auf unterschiedliche Art wirkverstärkt, um auch bei Senioren mit einem schwächer reagierenden Immunsystem eine ausreichende Immunantwort hervorzurufen; ein Impfstoff zur intranasaler Anwendung ist speziell für Kinder zugelassen.

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter.

Mehr als 18.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

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Datum: 22.04.2013 - 10:51 Uhr
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