Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Mindestlohn
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Kavaliersdelikt. Menschen werden ausgebeutet, damit windige
Firmenbosse ihre Gewinne maximieren können. Das ist kriminell. Die
Bundesregierung sollte alles daran setzen, Kontrollen zu verschärfen.
Sonst werden die Bemühungen von Gewerkschaft und
Arbeitgeberverbänden, faire Löhne auszuhandeln, unterlaufen.
Mindestlohn ist und bleibt ein Reizwort - das hat die Debatte gestern
im Bundestag gezeigt. Dass die Mehrzahl der Bürger in Deutschland für
einen gesetzlichen Mindestlohn ist, überrascht kaum. Niemand sollte
für einen Hungerlohn arbeiten müssen. Oft zitiertes Beispiel ist die
Frisörbranche: Im Osten werden zum Teil nur drei Euro pro Stunde
gezahlt. Wer soll davon leben? Und doch ist es schwierig, das Thema
für alle Arbeiten über einen Kamm zu scheren. Die Forderung etwa der
Linken nach einem gesetzlichen Mindestlohn könnte zur Folge haben,
dass Tausende Jobs wegfallen, weil sie schlicht zu teuer wären. 8,50
Euro - aber arbeitslos! Das darf nicht die Alternative sein. Und die
Bürger müssen bereit sein, für bessere Arbeitsentgelte höhere Preise
zu zahlen.
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Andreas Kolesch
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Datum: 25.04.2013 - 20:05 Uhr
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