Neue OZ: Kommentar zu Syrien/Konflikte
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Der endgültige Beweis, dass Syriens Regime im Bürgerkrieg
chemische Kampfstoffe einsetzt, steht zwar noch aus. Doch die
Hinweise darauf erhärten sich, und das macht die Lage für Barack
Obama enorm schwierig. Der US-Präsident steckt in der Zwickmühle. Wie
soll er jetzt reagieren?
Es gibt mehrere Optionen, bei denen Amerika viel zu verlieren hat
- auch weil der Irak-Einsatz der USA von 2003 noch lange Schatten
wirft. Damals dienten bekanntlich Geheimdienstberichte über Saddam
Husseins Einsatz von Massenvernichtungswaffen als Argument für den
Einmarsch der US-Armee im Irak. Doch diese Waffen wurden nie
gefunden. Da ist es verständlich, dass Obama nicht als Aggressor
dastehen möchte.
Der US-Präsident hat die Verwendung von Chemiewaffen als rote
Linie bezeichnet. Daran erinnern ihn jetzt die Republikaner. Handelt
Obama nicht, wird Baschar al-Assad seine Drohungen nicht mehr ernst
nehmen. Allerdings wäre ein Militäreinsatz der USA in Syrien auch
keine gewinnbringende Alternative. Denn es wäre eine Herkulesaufgabe,
die Chemiewaffen des Regimes zu sichern; riskant wäre sie obendrein,
verbunden mit Gefahren für die Umwelt. Risikoreich wäre allerdings
ebenso eine Bewaffnung der Rebellen. Die Waffen könnten in die
falschen Hände geraten - in diejenigen der radikalen Islamisten. Was
also Obama auch unternimmt: Die Gefahr, dass er einen Fehler macht,
ist gewaltig.
Christof Haverkamp
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Datum: 26.04.2013 - 22:00 Uhr
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