Neue OZ: Kommentar zu Parteien/Grüne/Parteitag
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Vor einem Mammutparteitag stehen die diskussions- und
detailverliebten Grünen. Bevor sie am Sonntag ihr Wahlprogramm
verabschieden, über das die Wirtschaft schon jetzt den Daumen senkt,
müssen sie sich durch 2600 Änderungsanträge quälen. Welche
Koalitionsaussage? Und wo sind die roten Linien, wenn es um
Steuerbelastung geht? Es gibt Fragen, die den Spaltpilz in sich
tragen.
Fette Jahre erleben die Grünen. Gepäppelt mit satten
Sympathiewerten, können sie vor Kraft kaum laufen - und erlauben sich
sehr spezielle Debatten. Soll man seine Wähler grundsätzlich duzen?
Sind Erdbeeren in der Winterzeit verdammungswürdiger als Himbeeren?
Und dürfen Pflanzen diskriminiert werden? Das sind Dinge, die sie
bewegen.
Aber das sind Marginalien - angesichts der ersten Absetzbewegung
von der Festlegung auf die SPD. Für Grünen-Oberguru Winfried
Kretschmann, der Ausschließeritis ablehnt, ist die Union am Abend der
Bundestagswahl nicht tabu. Auch dass er gegen das dicke Paket von
Steuererhöhungen murrt und sich zur starken Stimme für die
Unternehmen macht, lässt Streit erwarten. Auf der anderen Seite steht
Jürgen Trittin, der sich als Links-Ökonom präsentiert. Er will sich
von Kretschmann dicht vor einer Regierungsbeteiligung nichts
vermasseln lassen. Der Parteitag bietet also nicht nur eine
Antragsschlacht, sondern auch ein spannendes Duell.
Beate Tenfelde
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Datum: 26.04.2013 - 22:00 Uhr
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