EU-Vorhaben verteuern Geldwäsche-Prävention
ID: 862485
Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Anzeichen von Steuerflucht prüfen.
Vorhaben der EU wie die kommende vierte Geldwäsche-Direktive
erfordern, dass die Institute stärker untersuchen, welche Beziehungen
zwischen einzelnen Sendern und Empfängern von Zahlungen bestehen.
Durch die wachsende Erwartungshaltung der Behörden steigt zudem der
Prüfaufwand, weil mehr Anzeigen mehr und oftmals intensivere
Recherchen erfordern. Viele Banken sind gezwungen, Personal und
IT-Ausstattung in den Compliance-Abteilungen um bis zu 20 Prozent
aufzustocken. Das ergibt eine Markteinschätzung von Steria Mummert
Consulting.
Die EU will Kriminellen das Reinwaschen von Geld erschweren.
Steuer-Kommissar Algirdas Semeta will Schlupflöcher schließen, die
bislang Steuerhinterziehung und Geldwäsche über Europas Banken
ermöglichen. Größere Geldtransfers sollen besser zurückverfolgbar
werden. Geschäftsbewegungen hochrangiger Personen sollen
beispielsweise darauf analysiert werden, wer der wirtschaftliche
Nutznießer größerer Geldsummen ist, so ein Vorschlag der EU. Diese
neue Regel beträfe vor allem Fonds und Briefkastenfirmen, bei denen
der eingetragene Eigentümer den wahren Nutznießer verschleiert.
Diese und weitere Vorschläge der EU um beispielsweise
Steuerhinterziehung einzudämmen, bedeuten für die Banken, dass sie
ihre Prozesse und IT an diese komplexeren Risikoprüfungen anpassen
müssen. Das reine Abgleichen von Auslandsüberweisungs-Salden reicht
nicht mehr", sagt Martin Stolberg, Compliance-Experte von Steria
Mummert Consulting. Die Banken sind gefordert, Daten kontextbezogen
auszuwerten, um Querverbindungen zwischen Personen und Firmen
aufzudecken. Dafür braucht es intelligente Risikobewertungen und mehr
Spezialisten, die wirksame und gleichzeig effiziente Prozeduren
entwickeln und überwachen.
Um die Zahlungsströme effizient überwachen zu können, sind
Investitionen in neue technische Financial Crime-Lösungen nötig.
"Müssten Banken alle Transaktionen mit bisheriger Technik
untersuchen, würde der Zahlungsverkehr zusammenbrechen", so Stolberg.
Als Lösung eignen sich Realtime- und Neartime-Analysen, weil
klassische Datenbanken den Anforderungen nicht mehr gewachsen sein
werden. "Im Bankensektor wird wie in kaum einer anderen Branche mit
enorm großen Datenvolumina mit Millionen von Kunden- und
Transaktionsdaten gearbeitet", sagt Martin Stolberg. "Besteht die
Möglichkeit, diese Daten in Bruchteilen von Sekunden durch moderne
Financial Crime-Lösungen auszuwerten, sind die Finanzinstitute in der
Lage, der EU-Initiative nachzukommen und ihre Compliance-Kosten
dennoch im Griff zu behalten."
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Datum: 29.04.2013 - 11:00 Uhr
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