Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt
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Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Völlig zu Recht haben
Gewerkschafter am Tag der Arbeit darauf hingewiesen, dass es auch im
wirtschaftlich wachsenden Deutschland eine Fülle von Problemen gibt:
Niedrig- und Dumpinglöhne zum Beispiel und wachsende Altersarmut.
Zudem ist die Zahl der Jobsuchenden nicht so niedrig, wie die
Statistik sie ausweist. Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen in
Arbeitsmarktprogrammen erfasst, ist mit knapp vier Millionen deutlich
höher als die viel zitierte Erwerbslosenzahl.
Damit nicht genug, wird der Blick über die Grenzen immer
beängstigender: 19,2 Millionen Menschen waren im März in den 17
Ländern der Euro-Zone ohne Job. Nichts zeigt deutlicher, in welch
mieser Verfassung viele wichtige deutsche Partner sind.
Vorsicht ist deshalb geboten. Vor allem kommt es darauf an, eine
Balance zu finden zwischen Haushaltssanierung und Wachstumsförderung.
Einfach immer nur sparen - das ist eine Radikalkur, die auf Dauer
stärker schaden als nutzen könnte. Mehr Erfolg verspricht ein Blick
auf jene Maßnahmen, mit denen Deutschland es geschafft hat,
gefährliche Klippen zu umschiffen: Kurzarbeit, Flexibilisierung des
Arbeitsmarktes und moderate Lohnpolitik zum Beispiel. Aber auch
Konjunkturprogramme gehören zum bewährten Instrumentarium. Nur mit
diesen Mitteln wird es gelingen, Rezession und Massenarbeitslosigkeit
rasch zu bekämpfen.
Uwe Westdörp
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 01.05.2013 - 22:00 Uhr
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