NABU: Keine Gifteinsätze gegen den Eichenprozessionsspinner im Wald
Gefährdung des Lebensraums Wald vermeiden
ID: 867381
Gifteinsatzes gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners im Wald
auf. Wie im Vorjahr bekämpfen etliche Forstbetriebe, Städte und
Gemeinden auch in diesem Frühjahr wieder die Schmetterlingsart. Die
Raupen fressen massenhaft Eichenblätter, was zu forstlichen Schäden
führen kann. Die Brennhaare der Raupen stellen eine Gesundheitsgefahr
für den Menschen dar, z.B. können sie allergische Hautreaktionen
auslösen. "Dem NABU ist die Problematik des Eichprozessionsspinners
und seinen Risiken für die menschliche Gesundheit und den möglichen
Schäden für die Forstwirtschaft sehr bewusst. Der rasche Griff zur
Giftspritze kann aber keine Lösung für große Waldflächen sein", so
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. In Siedlungen, Parks,
Schwimmbädern und Friedhöfen müsse der Eichprozessionsspinner zum
Schutz der Bevölkerung zudem so naturverträglich wie möglich bekämpft
werden.
Nach Auffassung des NABU muss in Wäldern auf den Einsatz von
Insektiziden verzichtet werden. Um Risiken für Menschen zu vermeiden,
sollten stark befallene Bereiche in der kritischen Jahreszeit
gesperrt werden. "Durch einen großflächigen Gifteinsatz wird ein
zusätzlicher und unnötiger Stressfaktor für die Wälder geschaffen,
die schon heute unter Grundwasserabsenkungen, zunehmenden
Hitzeperioden, Stürmen und hohen Stoffeinträgen wie Stickstoff aus
der Landwirtschaft leiden. Darum müssen weitere Belastungen für das
Ökosystem Wald vermieden werden", so NABU-Waldexperte Stefan Adler.
Bei der naturverträglichen Bekämpfung wird unterschieden zwischen
mechanischen Verfahren, wie Absaugen, Absammeln oder Abflammen. Bei
chemischen Verfahren kommen unterschiedliche Insektizide zum Einsatz,
die auf befallene Einzelbäume oder ganze Waldbestände vom Boden oder
aus der Luft ausgebracht werden. Die eingesetzten Insektizide wirken
sehr unterschiedlich, langfristige Schäden auf die Natur sind dabei
auch bei dem biologischen Insektizid "Dipel ES" nicht auszuschließen.
Hintergrundpapier zum Download unter http://www.nabu.de/themen/wal
d/naturschutzimwald/nabuprojekt/pestizideinsatz/15768.html
Pressekontakt:
Für Rückfragen:
Stefan Adler, NABU-Waldreferent, Tel. 030-284984-1623, E-Mail:
Stefan.Adler@NABU.de
Originaltext vom NABU
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Kathrin Klinkusch, Annika Natus, Iris Barthel, Nicole
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Datum: 07.05.2013 - 12:25 Uhr
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Umwelttechnologien
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