Neue OZ: Kommentar zu Tarife/Handel/Versandhandel
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Überraschend kamen die Aktionen der Gewerkschaft Verdi gestern in
Bad Hersfeld und Leipzig nicht: Gut fünf Wochen nach der Urabstimmung
in der sächsischen Niederlassung des Branchenriesen Amazon musste die
Firmenleitung damit rechnen, dass die Mitarbeiter nicht mehr länger
stillhalten und für ihre Forderungen auf die Straße gehen.
Mit guten Gründen fordern sie eine bessere Bezahlung nach den
Konditionen des Einzel- und Versandhandels, die für die Mitarbeiter
günstiger sind als die Orientierung von Amazon an den Regeln der
Logistikbranche. Dabei stehen auf dem Verdi-Wunschzettel auch die
Zahlung eines tariflichen Urlaubs- und Weihnachtsgeldes sowie die
Gewährung von Zuschlägen bereits ab 20 Uhr - einer in der Branche
weithin üblichen Arbeitszeit. Diesen Zuschlag gewährt Amazon bisher
ab 24 Uhr, ein Witz bei einem Schichtende um 23.30 Uhr.
Die Auswirkungen für Amazon-Kunden werden sich in Grenzen halten.
Das Unternehmen kann froh sein, dass der Ausstand auf einen Tag
befristet war und nicht in die Hauptsaison vor Weihnachten fällt.
Bisher seien nur Gespräche möglich, noch keine Verhandlungen, heißt
es in der Firmenzentrale - so weit ist der Weg vom einen zum anderen
ja nun auch nicht. Also: auf zu richtigen Verhandlungen.
Gerhard Placke
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Datum: 14.05.2013 - 22:00 Uhr
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