Südwest Presse: KOMMENTAR · KRIMINALITÄT
ID: 872535
Unter IT-Experten kursiert ein Bonmot, das die wachsende Bedrohung
gerade auch der Wirtschaft durch Computerkriminalität
veranschaulicht: Es gibt zwei Gruppen von Firmen - solche, die schon
einmal angegriffen worden sind, und solche, die nicht wissen, dass
sie schon einmal angegriffen worden sind. Soll heißen: Es trifft,
früher oder später, jedes Unternehmen, das seine Geschäfte auf
digitale Kommunikation mit der Kundschaft stützt. Das Vertrackte an
diesen Delikten ist, dass die Täter unsichtbar sind und selten Spuren
hinterlassen, die ihre Verfolgung ermöglichen. Hacker, die Server
lahmlegen oder sich in unzureichend geschützte Systeme einloggen,
Netzspione, die sich geheime Daten beschaffen oder Desinformationen
verbreiten - sie sind so raffiniert und nutzen eine derart komplexe
Software, dass ihnen so leicht niemand auf die Schliche kommt. In
diesem trüben Gewerbe tummeln sich unterdessen grenzüberschreitend
nicht bloß hochqualifizierte Computerfreaks, sondern zunehmend
einschlägig professionelle Einzeltäter und Banden. Obendrein haben
die Ermittler damit zu kämpfen, dass manche Betriebe, die Opfer von
Cyberattacken werden, die Straftaten aus Sorge um ihr Image nicht
anzeigen. Organisierter Kriminalität öffnet man auf diese Weise noch
mehr Türen - und erschwert zugleich den Zugriff der staatlichen
Behörden auf einen wachsenden Markt illegaler Betätigung im Internet.
Dabei ist die neue Bedrohungslage durchaus konkret, während die
Reaktionen des zuständigen Bundesinnenministers einstweilen eher
hilflos klingen.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 15.05.2013 - 19:24 Uhr
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