Schrottmarktdaten 2008: Keine Trendwende in Sicht
Der Schrottverbrauch nahm 2008 um 4,7 Prozent im Vergleich zu 2007 ab. Nach den Worten von Ullrich Didszun, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, konnte jedoch der Schrottanteil an der deutschen Rohstahlerzeugung sogar noch um 0,4 Prozent auf 45,2 Prozent gesteigert werden. Auch für die europäischen Stahlwerke ist Schrott mit einem Anteil von rund 55 Prozent der wichtigste Rohstoff.
Der Versand aus dem Inlandsaufkommen nahm dank der gestiegenen Ausfuhrmengen und der gesunkenen Importmengen lediglich um 1,2 Prozent auf rund 23 Mio. Tonnen ab. Das teilte der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. heute mit.
Nach den Worten von Ullrich Didszun, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, konnte der Schrottanteil an der deutschen Rohstahlerzeugung sogar noch um 0,4 Prozent auf 45,2 Prozent gesteigert werden. Auch für die europäischen Stahlwerke ist Schrott mit einem Anteil von rund 55 Prozent der wichtigste Rohstoff.
Wegen der im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 45,8 Mio. Tonnen gesunkenen deutschen Rohstahlproduktion nahm der Schrottverbrauch der Stahlwerke auf 20,7 Mio. Tonnen ab, was einem Rückgang gegenüber 2007 von 4,7 Prozent entspricht. Den Schrottzukauf vom Handel reduzierten die Stahlwerke um fast 6 Prozent und kauften mit 16,3 Mio. Tonnen 1 Mio. Tonnen weniger als 2007. Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie konnte die Produktion im Bereich des Eisen-, Stahl- und Tempergusses im Vergleich zu 2007 noch einmal leicht zulegen. Der Schrottverbrauch der Gießereien in Höhe von geschätzten 4 Mio. Tonnen verzeichnete ebenfalls ein leichtes Plus gegenüber 2007.
Während die Einfuhrmengen 2008 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent gesunken sind, konnten mit 8,3 Mio. Tonnen 5,9 Prozent mehr Schrotte exportiert werden. Dennoch gewinnen die Schrottimporte aus der Tschechischen Republik und aus Polen jährlich an Bedeutung. Sie dienen mittlerweile nicht nur den an der Grenze liegenden Stahlwerken als Zukaufquelle, auch Stahlwerke in frachtentfernteren Regionen nutzten einen Teil des Schrottaufkommens in diesen Ländern zur Bedarfsdeckung.
Der bis zur Jahresmitte 2008 extrem hohe Schrottbedarf zeigt sich in einer Steigerung der Exportmenge nach Italien um 100.000 Tonnen gegenüber 2007. Der innereuropäische Handel war wie schon in den Vorjahren mit einem Anteil von rund 86 Prozent von großer Bedeutung für die deutsche Schrottwirtschaft, während der direkte Export in Drittländer relativ gering ausfällt. Allerdings darf er nicht unterschätzt werden, da über die Tiefseehäfen Rotterdam und Antwerpen der Schrott indirekt in außereuropäische Länder ausgeführt wird.
Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. schätzt nach den Worten von Ullrich Didszun, dass im vergangenen Jahr rund 488 Mio. Tonnen Schrott weltweit verbraucht wurden. Die weltgrößten Schrottexporteure waren die USA mit rund 18,8 Mio. Tonnen, gefolgt von Europa mit 12,8 Mio. Tonnen. Importweltmeister war wie schon im Vorjahr die Türkei mit 17,5 Mio. Tonnen Schrottzukauf aus Drittländern (17,2 Mio. Tonnen 2007). Deren größte Lieferanten waren Europa mit 6,9 Mio. Tonnen (5,9 Mio. Tonnen 2007), dicht gefolgt von den USA, von wo aus über 5 Mio. Tonnen Schrott (4,0 Mio. Tonnen 2007) in die Türkei verkauft wurden.
Ausblick: Keine Trendwende in Sicht!
Die Mengenbilanz und die Preisentwicklung hängen entscheidend von der Stahlnachfrage ab. Den bisherigen Kürzungen der Rohstahlproduktion von 40 – 60 Prozent steht ein entsprechend reduzierter Schrottverbrauch gegenüber.
Lediglich die erfreuliche Schrottnachfrage türkischer, indischer und ägyptischer Langstahlhersteller in den vergangenen Monaten hat den drastischen Nachfrageeinbruch etwas geschönt. Berücksichtigt werden muss auch, dass der schwachen europäischen Schrottnachfrage ein entsprechend schwaches Aufkommen gegenübersteht, da die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise am Produktionsstandort Deutschland immer deutlichere Spuren hinterlässt. Wenn die im vergangenen Jahr aufgebauten Stahlbestände abgebaut sein werden, steige der Bedarf und gleichzeitig die Nachfrage nach Schrott, so der bvse.
Wann die Stahlkonjunktur allerdings anzieht, beurteilen Analysten nach Beobachtung des bvse sehr unterschiedlich. Alle ihre Prognosen seien vage und kaum belastbar, da kein statistisches Modell die Erwartungen der Menschen und damit deren Vertrauen in die Wirtschaft erfassen könne. "Zwar gibt es erfreuliche Lichtblicke, aber belastbare Anzeichen einer Trendwende sind noch nicht in Sicht", bedauerte Ullrich Didszun, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling.
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Datum: 05.05.2009 - 08:37 Uhr
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Freigabedatum: 05.05.2009
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