Börsen-Zeitung: Das bessere Ende, Kommentar zum personellen Exodus bei der Bank Sarasin, von Daniel Zulauf.
ID: 879087
Sarasin heißt Safra. Hier unten am Rheinknie, wo man seit bald 20
Jahren beobachten kann, wie der einst stolze lokale Bankenplatz mit
internationaler Ausstrahlung nach und nach zu einer mittelgroßen
Filiale von Zürich degradiert wurde, wird der Sarasin-Verkauf an die
brasilianische Familiendynastie Safra von vielen auch ein Jahr nach
dem Handschlag immer noch bedauert. Die gestern überraschend bekannt
gewordene Entlassung des bisherigen Konzernchefs Joachim Strähle mag
mancher Beobachter als letzten Beweis dafür werten, dass fortan alle
wichtigen Entscheidungen nur noch in São Paulo fallen.
Tatsächlich haben die Safras in Person von Edmond Michaan einen
der Ihren an Strähles Stelle gesetzt und das gestrenge Kontrollregime
damit weiter verschärft. Der ausgeprägte Kontrollzwang, mit dem die
Safras über ihre neue Basler Tochter wachen, lässt sich in der Tat
nicht in Abrede stellen. Die Kommunikation nach außen haben die
südamerikanischen Bankiers praktisch von einem Tag auf den anderen
abgebrochen. Und die Gestaltungsfreiheiten der Mitarbeiter auf
höheren Hierarchiestufen ist im Vergleich zu früher offensichtlich
klein geworden. Doch wer in der heutigen Zeit mehr als 2 Mrd. sfr in
den Schweizer Finanzplatz investiert, hat allen Grund,vorsichtig ans
Werk zu gehen. Für die Safras gilt das ganz besonders. Schon vor 13
Jahren war Joseph Safra in die Schweiz gekommen, um mit einer eigenen
Bank in die Fußstapfen der großen Republic National Bank of New York
(Suisse) seines Bruders Edmond zu treten. Doch der Erfolg stellte
sich nicht ein, weil Safra in Zürich ein Außenseiter war.
Eine solche Außenseiterrolle kann sich die neue Bank Safra Sarasin
nicht mehr leisten. Zu den Kunden der Basler gehören im Gegensatz zu
Safra nicht nur superreiche Millionäre aus der Neuen Welt, sondern es
sind in der Mehrheit gut betuchte Schweizer aus dem oberen
Mittelstand. Für eine erfolgversprechende Betreuung dieser Klientel
sind fähige und mit Kompetenzen ausgestattete Mitarbeiter vor Ort
unerlässlich. Dem scheinen sich die Safras nicht verschließen zu
wollen. Die Ernennung von Eric Sarasin zum stellvertretenden
Konzernchef ist mehr als nur eine noble Reverenz an die Gründer der
alten Basler Bank. Sie steht für die Erkenntnis, dass die neue Gruppe
nur auf festen Wurzeln weiter gedeihen kann. Deshalb sind die Safras
ein Versprechen nicht nur für Sarasin, sondern für den ganzen
Schweizer Finanzplatz, auf dem sich künftig noch einige Übernahmen
abspielen dürften.
(Börsen-Zeitung, 28.5.2013)
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.05.2013 - 21:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 879087
Anzahl Zeichen: 3001
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 313 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Das bessere Ende, Kommentar zum personellen Exodus bei der Bank Sarasin, von Daniel Zulauf."
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Lübecker Nachrichten: IHK zu Lübeck will sich von Geschäftsführer trennen ...
Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck entscheidet am 4. Juni über die Abberufung ihres Hauptgeschäftsführers Matthias Schulz-Kleinfeldt (62). Den Antrag stellte das IHK-Präsidium einstimmig. Das berichten die "Lübecker Nachrichten" (Dienstagausgabe)
Westfalen-Blatt: das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Elektroautos ...
Dass Glaube Berge versetzt, darauf hoffen derzeit vermutlich Angela Merkel (CDU) ebenso wie Peter Ramsauer (CSU) und Philipp Rösler (FDP). Doch auch wenn Bundeskanzlerin, Verkehrs- und Wirtschaftsminister in diesem Fall einmütig die gleiche Sprache sprechen - das große Ziel, bis zum Jahr 2020
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Elektro-Autos/Mobilität/Verkehr ...
Welche Absatzzahlen mit Elektroautos erreicht werden können, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Doch bislang zumindest sieht es ganz danach aus, als ob das reine Elektroauto sich mit einer kleinen Marktnische begnügen muss. Und dies liegt nicht in erster Linie daran, dass es in Europa kei
Stuttgarter Nachrichten: EWE-Klage gegen EnBW ...
Das juristische Tauziehen zwischen den einstigen Partnern EnBW und der Oldenburger EWE, das jetzt in einem Schiedsgerichtsverfahren gipfeln wird, könnte der EnBW richtig wehtun. Nicht weniger als eine halbe Milliarde Euro will die EWE von den Karlsruhern zurück. Im Grunde geht es bei der Sache




