Börsen-Zeitung: Maß und Mitte, Kommentar zur Jahrespressekonferenz der BaFin, von Bernd Wittkowski.
ID: 879947
ihrer Amtseinführung als BaFin-Präsidentin Anfang 2012 den
Beaufsichtigten in Aussicht gestellt, aber auch Augenmaß,
Berechenbarkeit, Verlässlichkeit. Nach allem, was man sehen und -
auch von Banken - hören kann, hat sie Wort gehalten. Zweifellos haben
sich im Vergleich zu Königs Vorgänger, dem als "harter Hund"
verschrienen und auch wortgewaltigen Jochen Sanio, Diktion und
Habitus geändert. "Weicher" ist die Aufsicht unter der neuen
Präsidentin und ihrem teilweise neubesetzten Direktorium indes nicht
geworden, andererseits aber auch nicht aggressiv oder anmaßend. König
& Kollegen scheinen vielmehr Maß und Mitte gefunden zu haben, was
angesichts der Herausforderungen durch die säkulare Krise und den
regulatorischen Umbruch - der ja nicht nur die Finanzwirtschaft,
sondern auch die Aufseher trifft - eine respektable Leistung ist.
Diese Ausgewogenheit wurde auch auf der Jahrespressekonferenz der
Allfinanzaufsicht deutlich. Zum einen schreibt König den Banken, die
einst vermeintlich "über Wasser gehen" konnten, aber mit dem Verlust
des Vertrauenskapitals als Folge der Krise und diverser Skandale
zunehmend entmystifiziert worden seien, klare Worte ins Stammbuch.
Für König geht es bei der Regulierung neben der Stabilisierung von
Banken und Märkten um nichts Geringeres als die Wiederherstellung der
marktwirtschaftlichen Ordnung. Dabei dürften in der Tat weitere
unbequeme Entscheidungen auf die Banken zukommen, auch bei Themen,
bei denen die BaFin gar nicht hauptzuständig ist, etwa was
Aktivitäten in Steuerparadiesen angeht. Die Behördenchefin vergisst
aber auch nicht den Hinweis, dass Geschäfte in Offshore-Oasen nicht
zwangsläufig einen Hautgout haben.
Zum anderen ist König vorurteilsfrei und unaufgeregt genug,
Skandale - wie die Zinsmanipulationen - nicht noch größer zu machen,
als sie ohnehin schon sind. Und sie ist so frei, Klartext auch in
Richtung Politik, ob in Brüssel oder anderen Hauptstädten, zu reden,
etwa wenn sie vor Renationalisierungstendenzen warnt, auf das Fehlen
der Voraussetzungen eines europäischen Abwicklungsmechanismus
hinweist oder in puncto Beteiligung von Einlegern an Rettungsaktionen
mahnt, "ein Hin und Her wie in Zypern darf es nicht mehr geben".
Generell müssten Investoren wissen, worauf sie sich einlassen. Da -
und in anderen Beispielen - ist die BaFin nicht zuletzt
Interessenvertreterin der von ihr beaufsichtigten Banken und
Versicherer. Alles in allem drängt sich der Eindruck auf, dass die
deutsche Finanzaufsicht in guten Händen ist.
(Börsen-Zeitung, 29.5.2013)
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.05.2013 - 20:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 879947
Anzahl Zeichen: 3041
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 350 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Maß und Mitte, Kommentar zur Jahrespressekonferenz der BaFin, von Bernd Wittkowski."
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Unternehmen/Steuern/DIW-Studie: Die Großen verletzen Regeln ...
Wenn das DIW feststellt, dass die Steuerbelastung der deutschen Unternehmen gesunken ist, stellt dies keine Überraschung dar. Dies ist politisch so gewollt. Sowohl die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder als auch die Große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel haben das
Neutral-Vergleichen.de ? ein klar strukturierter Weg durch Deutschlands Versicherungs- und Tarifdschungel ...
Für alle, die einfach und schnell viel Geld sparen möchten! Seit dem 15.März 2013 informiert das Vergleichsportal Neutral-Vergleichen.de den Verbraucher neutral, zügig und unverbindlich über Versicherungen, Finanzprodukte, Telekommunikation, Strom- bzw. Gastarife sowie Konto- und Kreditbelan
Domtar steht vor Erweiterung des Körperpflege-Geschäfts durch Übernahme von Associated Hygienic Products ...
(Alle Finanzinformationen in US-Dollar, soweit nicht anders vermerkt.) - Übernommenes Unternehmen ist die Nr. 1 unter den Zulieferern handelsüblicher Markenwindeln für Kleinkinder in den Vereinigten Staaten - Kaufpreis von 272 Millionen USD; Synergien von 10 Millionen USD innerhalb von
WAZ: Mehr Fairness für Betriebsrentner. Kommentar von Frank Meßing ...
Weil die gesetzliche Rente oft längst nicht mehr zum Leben reicht, hat sich die Betriebsrente zu einer wichtigen Säule der Altersvorsorge entwickelt. Aus sozialer Verantwortung ihren ehemaligen Beschäftigten gegenüber ist es unfair, dass die Unternehmen ausgerechnet hier versuchen zu sparen un




