ÖPNV: steigende Nachfrage, begrenzte Kapazitäten
ID: 882501
deutschen Großstädten setzen die Menschen zunehmend auf den
Öffentlichen Nahverkehr. Eine erfreuliche Entwicklung. Doch die
Kapazitäten sind an ihren Grenzen angekommen: Rund ein Prozent pro
Jahr beträgt das Bevölkerungswachstum in den Metropolen aktuell im
Schnitt, sogar um mindestens 1,5 Prozent steigen die Fahrgastzahlen
in den Bussen und Bahnen.
Die Menschen zieht es wieder in die Städte. Laut dem Institut der
deutschen Wirtschaft in Köln (IW) leben schon heute rund 16,5 Prozent
der Bundesbürger in den 14 deutschen Großstädten mit mehr als 500.000
Einwohnern. Tendenz steigend. "Wachstumsmeister" ist München, deren
Einwohnerzahl seit 2000 um fast 14 Prozent auf 1,4 Millionen
angewachsen ist. Dies hat direkte Auswirkungen auf die
ÖPNV-Nachfrage: Die Fahrgastzahlen stiegen in München im Zeitraum
2000 bis 2011 um mehr als 21 Prozent. Dieser Zuwachs wurde laut dem
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nur in Leipzig
übertroffen, dort waren es sogar über 23 Prozent. Und auch in anderen
Großstädten ist die Bus- und Bahnnutzung seit 2000 deutlich
gestiegen: In Köln und Frankfurt am Main jeweils um 18,8 Prozent,
in Berlin um 17,6 Prozent und in Hamburg um 16,2 Prozent.
Gleichzeitig vermeldete der VDV für 2012 einen erneuten Rekord bei
den Fahrgastzahlen im deutschen ÖPNV. Diese lagen erstmals bei 9,8
Milliarden. Das entspricht einem Zuwachs von 0,9 Prozent gegenüber
dem Vorjahr.
Neben dem Bevölkerungszuwachs gibt es noch einen anderen Grund für
die steigende Nachfrage: Das Mobilitätsverhalten verändert sich, wie
Studien des Karlsruher Institutes für Technologie und des Institutes
für Mobilitätsforschung belegen. Demnach verliert der eigene Pkw als
Statussymbol gerade bei jungen Menschen an Bedeutung.
So erfreulich diese Entwicklung für den ÖPNV grundsätzlich ist,
Experten betrachten sie auch mit Sorge. VDV-Präsident Jürgen Fenske:
"In den Städten und Ballungsräumen ist der Nahverkehr ein
Wachstumsmarkt, und das seit Jahren. Doch die Kapazitäten sind schon
heute in den Metropolen am Limit. Vor allem zu den
Hauptverkehrszeiten morgens und abends wird es mitunter unangenehm
eng in den Bussen und Bahnen. Hinzu kommt, dass durch die wachsenden
Fahrgastzahlen und dichtere Takte die zum Teil jahrzehntealten
Infrastrukturen in jeder Hinsicht an ihre Belastungsgrenzen stoßen."
So muss zum Beispiel die Signal- und Sicherungstechnik in
zahlreichen U- und Stadtbahnnetzen erneuert werden. Dort sind
teilweise technische Komponenten im Einsatz, die schon gar nicht mehr
gebaut werden und für die es deshalb keine Ersatzteile mehr gibt.
"Wenn die Menschen in den Großstädten mobil bleiben sollen, dann
müssen wir dringend auch solche Elemente unserer
Verkehrsinfrastruktur in Ordnung bringen", so Fenske abschließend.
Die Initiative "Damit Deutschland vorne bleibt" ist eine Allianz
von Verbänden, Institutionen und Unternehmen aus unterschiedlichsten
Bereichen. Neben dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und seinen
Mitgliedsunternehmen gehören unter anderem Verdi, der Hauptverband
der Deutschen Bauindustrie, die DEVK und der Verband kommunaler
Unternehmen aktuell zu den Partnern. Weitere sollen in den nächsten
Wochen und Monaten folgen.
Kontakt:
INFRA Dialog Deutschland GmbH
Lars Wagner
Fon: +49 (0)30 39993214, Mail: lars.wagner@infra-dialog.de
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Datum: 03.06.2013 - 09:50 Uhr
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