Aus Angst vor den Kosten eines Rechtsstreits würden zwei Drittel der Deutschen auf ihr Recht verzichten
ID: 883606
- Finanzielle Absicherung eines Rechtsstreit wird immer wichtiger
- Verbraucher brauchen Orientierung bei Rechtsangelegenheiten
- Menschen wollen Rechtsschutzversicherung als Lotsen bei der
Lösung rechtlicher Probleme
Mehr als zwei Drittel der Deutschen (71 Prozent) haben Angst vor
den Kosten einen Rechtsstreits. Deshalb würden sie darauf verzichten
einen Anwalt einzuschalten. Dies zeigt eine aktuelle forsa-Studie im
Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft
(GDV), die heute in Berlin vorgestellt wurde. In der Studie wurde
untersucht, wie Verbraucher sich im Falle eines Rechtsstreits fühlen
und was sie von ihren Vertragspartnern wie Anwälten oder
Rechtsschutzversicherern erwarten.
"Der Zugang zum Recht darf keine Frage der wirtschaftlichen Stärke
des Einzelnen sein", sagte Gerhard Horrion, Vorsitzender der
Kommission Rechtsschutzversicherung im GDV. "Der Jahresbeitrag für
eine Rechtsschutzversicherung liegt häufig schon unter dem
Stundenhonorar eines Anwaltes". Für über 70 Prozent der Befragten ist
die finanzielle Absicherung bei einem Rechtsstreit durch eine
Rechtsschutzversicherung besonders wichtig. Sie gaben an, dass sie
aufgrund finanzieller Zwänge nicht auf ihr Recht verzichten wollen.
Orientierung bei rechtlichen Auseinandersetzungen
Rund 60 Prozent der Deutschen hatten schon einmal eine rechtliche
Auseinandersetzung. Jeder Zweite fühlt sich von einer solchen
Situation überfordert und weiß zunächst nicht, was er eigentlich tun
soll. Bei der Lösung ihres rechtlichen Problems erwarten die Menschen
Unterstützung und Orientierung von Freunden und Bekannten, von
Anwälten und gerade auch von einer Rechtschutzversicherung.
"Rechtsschutzversicherer tragen den Wünschen der Kunden Rechnung. Sie
übernehmen immer stärker auch die Lotsenfunktion bei rechtlichen
Angelegenheiten", so Horrion.
Hilfe bei der Anwaltssuche
Bei der Suche nach einem Anwalt verlässt sich die Mehrheit der
Befragten (74 Prozent) nach wie vor auf den Rat von Freunden und
Bekannten. Das Internet als Informationsquelle spielt bei der
Anwaltssuche eine untergeordnete Rolle (28 Prozent). 40 Prozent holen
sich Hilfe bei einer Rechtsschutzversicherung. 80 Prozent der
Befragten, die von ihrer Rechtsschutzversicherung bereits einmal
einen Anwalt empfohlen bekommen haben, würden dieses Angebot erneut
wahrnehmen. "Der Rechtssuchende steht vor dem Problem, unter rund
160.000 zugelassenen Anwälten den für sein spezifisches Anliegen
qualifiziertesten Anwalt zu finden. Die Verbraucher vertrauen deshalb
immer mehr auf die Erfahrungen der Rechtsschutzversicherer bei der
Anwaltssuche", sagt Horrion.
Erwartungen an Anwälte
Nach den persönlichen Erfahrungen mit einem Anwalt gefragt, zeigt
sich, dass die Zufriedenheit mit Anwälten hoch ist (79 Prozent).
Allerdings kritisierten über 30 Prozent der Befragten, dass Anwälte
nicht vollständig über alle zur Verfügung stehen Möglichkeiten
informieren würden, sondern vor allem vor Gericht gingen. Ein
weiterer Vorwurf: Anwälte würden vor allem Geld verdienen wollen und
das Wohl der Mandanten eher hinten anstellen. Eine hohe Erfolgsquote
eines Anwaltes bei Streitfällen war den Befragten nicht so wichtig
(26 Prozent). Entscheidender sind hingegen die Fachkompetenz und eine
realistische Aufklärung über Risiken und Kosten, die auf den
Mandanten zukommen können. "Wir unterstützen unsere Kunden, indem wir
ihnen Anwälte empfehlen deren Fachqualifikation und Arbeitsweise wir
kennen, sodass der Kunde eine gute Entscheidungsbasis erhält", betont
Horrion.
Erwartungen an die Rechtsschutzversicherer
Von einer Rechtsschutzversicherung erwarten die Verbraucher heute
weit mehr als das Übernehmen der Kosten des Rechtsstreits. "Neben der
Empfehlung von qualifizierten Anwälten in der Nähe bieten
Rechtsschutzversicherer weitere Serviceleistungen an. So erhalten die
Kunden sofort eine Einschätzung ihres rechtlichen Problems und sie
bekommen auch alternative Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie etwa
Mediation", sagt Horrion. Für rund 90 Prozent der Befragten waren
diese Leistungen der Rechtsschutzversicherung am wichtigsten.
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Datum: 04.06.2013 - 11:31 Uhr
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