Neue OZ: Kommentar zu Chemie
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Eine große deutsche Gewerkschaft wurde schon von einer Frau
geführt, ebenso der einflussreiche Automobilindustrie-Verband. Aber
eine Frau an der Spitze einer Arbeitgeberorganisation mit 550 000
Beschäftigten - das ist wirklich etwas Neues.
Die Chemiebranche macht es vor. Bei Gesamtmetall gab es bis vor
Kurzem immerhin eine Hauptgeschäftsführerin. Warum sollte also nicht
auch eine Frau auf den Bundes-Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt
folgen, der wegen seiner langen Amtszeit und seines fortgeschrittenen
Alters inzwischen wie ein Urgestein wirkt?
Die deutsche Chemie-Industrie hat sich indes ein
Modernisierer-Image verschafft. Sie versteht es, ihre Produkte gut zu
vermarkten und dem Bürger ihre Bemühungen um den Umweltschutz
plausibel zu machen. Vor allem aber steht sie für eine vorbildliche
Sozialpartnerschaft.
Es ist also ein verpflichtendes Erbe, das Margret Suckale als neue
Chemie-Arbeitgeberpräsidentin antritt. Die heutige BASF-Managerin ist
aus Schaden klug geworden, den sie in ihrer Zeit als Personalchefin
der Deutschen Bahn zum Beispiel beim Tarifstreit mit der
Lokführer-Spartengewerkschaft GDL erlitten hat. Jetzt ruft sie daher
zur Tarifeinheit auf.
Es wäre gut, wenn ihr Ruf auch bei den männlichen
Arbeitgeber-Kollegen gehört würde. Denn Flächentarife gelten
inzwischen nur noch für jeden zweiten Beschäftigten.
Norbert Meyer
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Telefon: +49(0)541/310 207
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Datum: 07.06.2013 - 22:00 Uhr
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