Neue OZ: Kommentar zu Wahlen / Bundestag / Gesellschaft
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Es muss offenbar nicht beunruhigen, dass immer weniger
Wahlberechtigte über die Abgeordneten des nächsten Bundestages
mitentscheiden wollen. So paradox es zunächst erscheint: Man kann dem
sogar etwas Positives abgewinnen. Denn weil es den Deutschen
vergleichsweise gut geht, halten es viele für unnötig, sich an der
politischen Willensbildung zu beteiligen.
Frust, Protest und Unzufriedenheit sind für etliche Nichtwähler
jedenfalls nicht der entscheidende Grund, am Wahlsonntag zu Hause zu
bleiben. Das belegt zumindest die Studie von Bertelsmann und
Allensbach. Politik ist den meisten Wahlmüden schlicht egal - sie
finden sie zum Gähnen, weil sie nur einen geringen
Unterhaltungsfaktor besitzt.
Was folgt daraus? Weder ist hektischer Alarmismus die angemessene
Reaktion noch gleichgültiges Hinnehmen. Glaubt man den Ergebnissen
der Studie, droht der Demokratie durch die sinkende Wahlbeteiligung
keine akute Gefahr. Man muss hinzufügen: noch nicht. Denn dieser
Zustand kann auch schnell kippen in eine
Die-machen-ja-doch-was-sie-wollen-Haltung, oder sogar in Aggression.
Auch deshalb bleibt es enorm wichtig, Nichtwähler zurückzugewinnen,
jüngere Menschen für Politik zu begeistern, ihnen die oft kompliziert
und undurchsichtig erscheinenden Abläufe zu erklären. Freunde,
Eltern, Lehrer und Abgeordnete sind dabei gefragt. Je mehr sie über
Politik sprechen, desto besser für die Wahlbeteiligung.
Christof Haverkamp
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Datum: 10.06.2013 - 22:00 Uhr
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