Neue OZ: Kommentar zu Telekommunikation / Internet
ID: 889707
Der Proteststurm gegen die Deutsche Telekom zeigt erfreuliche
Wirkung. Wir haben verstanden, signalisiert der Konzern und lenkt
ein: Die Geschwindigkeit bei den Internetdaten soll weniger stark
gedrosselt werden als zuerst geplant. Damit geht das Unternehmen
endlich einen Schritt auf die verärgerten Breitband-Kunden zu. Fragt
sich nur, ob dieser Schritt weit genug ist.
Viele Nutzer fürchten weiterhin, von 2016 an im Schneckentempo auf
der Datenautobahn surfen zu müssen. Es bleiben Zweifel, ob dann
tatsächlich nur eine winzige Minderheit der Vielnutzer von der
Telekom gebremst wird. Die technische Entwicklung geht weiter, und
damit dürfte auch der Bedarf an höheren Übertragungsraten wachsen,
bei Privatnutzern ebenso wie bei Betrieben, die eine hohe
Netzgeschwindigkeit brauchen. Schon jetzt reichen zwei MBit pro
Sekunde kaum noch aus und in drei Jahren erst recht nicht mehr.
Neben der Technik ändert sich zugleich die betriebswirtschaftliche
Lage der Branche: Die Datenmenge steigt, die Umsätze sinken, und der
Netzausbau verschlingt hohe Summen. Da muss die Telekom erst
besonders sorgfältig darauf achten, schwarze Zahlen zu schreiben. Das
gelingt dem Konzern aber nur, wenn er seine Kunden nicht verprellt.
In Sachen Kommunikation war das Vorgehen der Telekom bisher
jedenfalls ein Desaster.
Christof Haverkamp
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
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Datum: 12.06.2013 - 22:00 Uhr
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