Neue OZ: Kommentar zu Hochwasser
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Die Rekordflut hat an Elbe und Donau ganze Landstriche verwüstet.
Es ist deshalb eine moralische Selbstverständlichkeit, dass Bund und
Länder einen milliardenschweren Hilfsfonds aufgelegt haben. Die
Städte, Firmen und Bürger in den Katastrophengebieten müssen
Unterstützung erhalten, schnell, unbürokratisch, großzügig.
Hier zeigt Kanzlerin Angela Merkel einmal mehr ihr sicheres Gespür
für das politisch Gebotene. Schließlich wäre es der deutschen
Öffentlichkeit kaum zu vermitteln gewesen, wenn der Staat die
Flutopfer im Regen stehen ließe, während für Euro-Krisenstaaten
gigantische Rettungsschirme bereitstehen.
Sicher: Noch ist nicht klar, woher Finanzminister Wolfgang
Schäuble die Gelder für die Fluthilfe nehmen soll. Wahrscheinlich
wird er die Neuverschuldung erhöhen müssen. Aber das ist zweitrangig.
Zunächst geht es darum, Existenzen zu sichern und den Wiederaufbau
anzugehen. Wenn schon Banken als systemrelevant gelten, dann sind es
die Menschen zwischen Magdeburg und Passau erst recht. Die vielen
Helfer, die Sandsäcke füllen, Dämme sichern und Schlamm wegräumen,
machen vor, was Solidarität heißt.
Merkel vorzuwerfen, sie betreibe mit der Naturkatastrophe
Wahlkampf, ist eine billige, fast unverschämte Unterstellung. Beim
Hochwasser 2002 ging Gerhard Schröder schließlich auch nicht zum
Stimmenfang auf den Deich. Er bewährte sich als Krisenkanzler.
Michael Clasen
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Datum: 13.06.2013 - 22:00 Uhr
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