Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Geplantes Volksbegehren zum Rauchverbot
Harte Nuss
SANDRA SPIEKER
ID: 891432
emotionaler diskutiert als das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz.
Seit Jahren wird gestritten, mit den gleichen oder ähnlichen
Argumenten. Die Auseinandersetzung ist zu einer Art "Glaubenskrieg"
geworden. Beim Anschein von Bevormundung durch den Staat scheint ein
Volksbegehren eine logische Konsequenz. Die Frage ist aber: Lohnt
sich ein solcher Widerstand noch? All die Diskussionen, wie sie
derzeit in Nordrhein-Westfalen und seit 2010 immer wieder geführt
werden, hat es schon einmal gegeben. Wo? Ausgerechnet in Bayern. Auch
dort wurde der Untergang des Abendlandes vorhergesagt. In einem
Volksentscheid wurde dann aber 2010 klar für Deutschlands schärfstes
Rauchverbot votiert. Die Beteiligung war damals extrem gering. Das
befürchtete Kneipensterben blieb allerdings aus. Es scheint, als
stehe die Zurückdrängung des Rauchens generell schon im Endergebnis
fest, sie ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Raucherzahlen gehen
zurück. Schnell hat man sich an rauchfreie Arbeitsplätze und
Gaststätten, weniger stark riechende Kleidung gewöhnt. Von
eingeschränkter Freiheit wird vielleicht bald schon kaum mehr
gesprochen. Beim Zustandekommen eines Volksbegehrens die nötigen 1,1
Millionen Nordrhein-Westfalen zu erreichen, gleicht da dem Knacken
einer besonders harten Nuss. Die Freiheit des Einzelnen hört eben
doch dort auf, wo sie die Gesundheit eines anderen gefährdet.
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Datum: 14.06.2013 - 20:15 Uhr
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