Südwest Presse: Kommentar zu Snowden
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langen Arm der US-Justiz entzogen. Es war nur eine Frage der Zeit,
bis die US-Regierung in Hongkong einen Auslieferungsantrag stellen
würde. Doch damit ist die entscheidende Frage nicht beantwortet,
nämlich ob Edward Snowden als Held oder Verräter einzustufen ist. In
den USA jedenfalls hat sich ein klarer Konsens herauskristallisiert:
Das Negative überwiegt. Zwar mag es ehrenwert und ungeheuer mutig
sein, dass ein junger IT-Experte, der den Geheimdiensten wichtige
Informationen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus
geliefert hat, von seinem Gewissen geplagt wurde. Dass Snowden
buchstäblich den Rest seines Lebens riskierte, um die zwielichtigen
Überwachungsmethoden der Geheimdienstbehörde NSA bloßzulegen, wird
von vielen bewundert. Doch die meisten Amerikaner sind überzeugt,
dass Snowdens Prinzipientreue in keinem Verhältnis steht zum Schaden,
den er der nationalen Sicherheit zugefügt haben soll. Das sehen
natürlich die Geheimdienste und allen voran Präsident Barack Obama
genauso. Dass Obama dem Maulwurf Snowden, wie dies einige
Bürgerrechtler gehofft hatten, Strafmilderung oder gar Amnestie
zusichern würde, war schlichtweg naiv. Der politische schwer
angeschlagene Präsident muss seinen Ruf wahren, unnachgiebig im Kampf
gegen den Terror zu sein. So gesehen ist Snowden auch ein
Bauernopfer.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 23.06.2013 - 19:40 Uhr
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