Neue OZ: Kommentar zuÖsterreich / Literatur / Medien
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Der Bachmann-Wettbewerb war bislang erstaunlich modern: Jedermann
konnte am Fernsehapparat Qualitäten und Unterschiede der um den Preis
wetteifernden Schriftsteller selbst begutachten. Nun sollen der
Lesung die Mittel gestrichen werden. Damit würde nicht nur einer der
wichtigsten Preise deutschsprachiger Literatur amputiert werden,
sondern auch ein Stück Teilhabe an kultureller Kreativität. Denn
Autoren stellen alljährlich aus eigenem Mund, mit eigenem
Sprachgestus ihre neuesten Texte vor: Authentischer kann Kultur kaum
sein. Kulturprodukte aus der Konserve und Secondhand-Bearbeitungen
stürzen täglich auf uns ein. Sie verstopfen nicht selten den Weg zur
Quelle, zum Original.
Bald wird sich zeigen, wie viel der Öffentlichkeit dieser große
Wettbewerb seit 1976 wert ist. Auch einer heiligen Kuh ist der
Prüfstand zuzumuten. Dann müsste aber auch diskutiert werden, welche
Form von öffentlich-rechtlicher Kultur eine echte Alternative dazu
wäre. Damit jeder Zuschauer weiß, woran er ist.
Christine Adam
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 23.06.2013 - 22:00 Uhr
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