Neue OZ: Kommentar zu Italien / Denkmäler / Tourismus
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Das Kolosseum wird geliftet: Das klingt nach dem Einfall eines
Ironikers - oder nach dem Masterplan eines Visionärs. Das in
Jahrhunderten verfallene Monument gilt nicht nur als Wahrzeichen
Roms, es dient seit Jahrhunderten auch als Musterbeispiel für den
Verfall einstiger Größe. Mehr als durch seine massige Präsenz
fasziniert das schartige Riesenoval als Stimulanz der Fantasie.
Schauplatz grausiger Spiele, Symbol für die Verführbarkeit der
Massen, Menetekel einer Zivilisation in der Abwärtsspirale: Das
Kolosseum ist ein böser Traum aus Stein.
Sollten die Römer den Riesenbau jetzt wirklich renovieren, dann
könnte die gigantische Arena auch andere Visionen entfachen. Die
handelten dann von einer Kapitale, die das hausgemachte Chaos
bändigt, um seine Historie besser als zuvor als Schatz zu begreifen
und neu gestaltet zu präsentieren. Dabei ist Rom längst das, was der
Bürgermeister erst erreichen will - der größte archäologische Park
des Planeten. Umso wichtiger wäre es, die Zugänglichkeit zu
verbessern. Das Kolosseum bleibt ein Symbol sondergleichen - für Auf-
und Abstieg ganzer Kulturen.
Stefan Lüddemann
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Datum: 11.07.2013 - 22:00 Uhr
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