Neue OZ: Kommentar zu Energiewende
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Der Fukushima-Schock hat eine kurze Halbwertszeit: Nach der
Atomkatastrophe in Japan wurden Ökostrom-Anbieter in Deutschland von
der Nachfrage geradezu überrannt. Inzwischen aber sind immer weniger
Privatkunden bereit zu wechseln, teils aus Kostengründen, teils wegen
der mangelnden Transparenz vieler Angebote.
Zugleich beantragen immer mehr Unternehmen eine Befreiung von der
Ökostrom-Umlage. Das treibt die Kosten für Privathaushalte und
Unternehmen, die den vollen Strompreis zahlen, weiter in die Höhe.
Damit nicht genug: Trotz eines absehbaren Rekords bei den
Umlagebefreiungen im nächsten Jahr warnen Industrievertreter wie
BDI-Präsident Ulrich Grillo und Siemens-Chef Peter Löscher weiter vor
einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und stellen die
Abwanderung wichtiger Betriebe in Aussicht.
Zum steigenden Druck auf die Bundesregierung aus dem Inland kommt
nun auch noch die Hiobsbotschaft aus Brüssel: Die EU-Kommission
strengt offenbar wegen ebenjener Ausnahmen von der Umlage ein
Verfahren gegen Deutschland an. Die Lage ist ernst: Die Energiewende
droht am Erneuerbare-Energien-Gesetz zu scheitern. Bund, Länder und
Legislative müssen es dringend reformieren und konsensfähig machen.
Alle verfügbaren Fachleute sollten jetzt Optionen erarbeiten, damit
das neue Kabinett nach der Bundestagswahl so schnell wie möglich
handeln kann.
Christian Schaudwet
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
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Datum: 14.07.2013 - 22:00 Uhr
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