Wie wird sich Präsident Hollande entscheiden?
ID: 909322
Wie wird sich Präsident Hollande entscheiden?
Greenpeace-Aktivisten protestieren am französischen Atomkrafwerk Tricastin
Paris 15. Juli 2013: Greenpeace-Aktivisten haben heute früh auf der Atomanlage in Tricastin/Frankreich zwei Banner entrollt mit der Botschaft: "Accident nucléaire à Tricastin, François Hollande : président de la catastrophe?" (Atomunfall im AKW Tricastin - Ist François Hollande der Präsident der Katastrophe?
Die Aktivisten sind auf dem Gelände des Atomkraftwerks im Süden Frankreichs und auf zwei Verladekräne an den Reaktoren 1 und 3 gelangt. In der Zwischenzeit verdeutlichen weitere Aktivisten den katastrophalen Zustand der Anlage in Tricastin, indem sie einen riesigen Riss auf das Gebäude von Reaktor 1 projizierten mit der Frage, ob Hollande bereit ist einen so hohen Preis zu zahlen.
Mit dieser Aktion fordern die Greenpeace-Aktivisten den französischen Präsident Hollande auf, die baldige Schließung des Atomkraftwerks Tricastin, eine der fünf gefährlichsten Atomanlagen Frankreichs öffentlich anzukündigen. Greenpeace-Atomexperte Yannick Rousselet erklärt: "Die Aktivisten werden nicht eher das Gelände verlassen, als dass der französische Präsident die Schließung der Anlage garantiert hat!"
Ein atomares Risiko, das niemandem dient
Wie auch die Atomreaktoren in Fessenheim ist Tricastin eine der Anlagen, die am schlechtesten gegen Naturkatastrophen oder terroristische Angriffe geschützt sind. Das Kraftwerk ist mit einer bisherigen Betriebsdauer von über 30 Jahren die drittälteste Anlange in Frankreich. In der Hülle des Reaktordruckbehälters von Reaktor Nr. 1 wurden um die 20 Risse entdeckt. Trotzdem wird die Anlage weiter betrieben. Wie Fessenheim liegt Tricastin in einem Gebiet mit hohem Erdbebenrisiko. Weil die Anlage inmitten eines atomaren und chemischen Industriekomplexes liegt, ist die Gefahr eines schweren Unfalls mit Explosionen und Freisetzung giftiger Gase besonders groß.
Tricastin war einmal vor allem aus dem Grund errichtet worden, die Urananreicherungsanlage George Besse I mit Strom zu versorgen. Diese Anlage wurde im Jahr 2012 geschlossen. Ihr Ersatz, die Anlage George Besse II, die im April 2013 den Betrieb aufgenommen hat, benötigt lediglich fünfzigmal weniger Strom. "Wenn man weiß, dass die Urananreicherungsanlage den Strom von Tricastin nicht mehr benötigt, macht eine Schließung des AKW noch mehr Sinn," ergänzt Rousselet.
Die Energiewende entscheidet sich an der Schließung von AKW
Am Donnerstag, den 18. Juli endet in Frankreich die nationale Energiedebatte. Wenn Hollande sein Wahlversprechen einhalten will, den Atomstromanteil am französischen Energiemix von 75 auf 50 Prozent zu reduzieren, dann muss er bis 2017 zehn und bis 2020 20 Reaktoren geschlossen haben.
"Die Energiewende braucht mehr als nur die zugesagte Schließung des AKW Fessenheim" sagt Rousselet. "Die vom französischen Energieversorger EDF forcierte Laufzeitverlängerung vieler Reaktoren ist keine Option. Sie stellt eine unnötige Gefahr für die Bevölkerung dar und wird für die Energiewende dringend benötigte Gelder verschlingen. Auch gegen den Willen der Atomindustrie muss Präsident Hollande jetzt ein Zeichen seiner Autorität setzen und eine Entscheidung treffen: Die Schließung von Tricastin ankündigen, weitere Anlagen müssen folgen."
Forderungen aus Deutschland
Francois Hollande riskiert mit seiner zögerlichen Atompolitik nicht nur die Sicherheit in seinem eigenem Land sondern auch seiner europäischen Nachbarstaaten wie Deutschland. Ein schwerer Unfall in einer der maroden Anlagen wäre ein Desaster für ganz Europa. Deutschland hat bewiesen, dass ein Atomausstieg möglich ist. Nur mit einem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien ist die Energiewende auch in Frankreich machbar. Hollande muss nun beweisen, dass sein 50 Prozent-Ziel kein haltloses Lippenbekenntnis war, sondern dass er konsequent an einer zukunftsfähigen Energieversorgung arbeitet.
Greenpeace e.V.
Grosse Elbstrasse 39
22767 Hamburg
Deutschland
Telefon: 040/30618 -340
Telefax: 040/30618-160
Mail: presse@greenpeace.de
URL: http://www.greenpeace.de
PresseKontakt / Agentur:
Greenpeace e.V.
Grosse Elbstrasse 39
22767 Hamburg
Deutschland
Telefon: 040/30618 -340
Telefax: 040/30618-160
Mail: presse(at)greenpeace.de
URL: http://www.greenpeace.de
Datum: 15.07.2013 - 10:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 909322
Anzahl Zeichen: 4558
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 431 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wie wird sich Präsident Hollande entscheiden?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Greenpeace (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Umweltminister Altmaier soll deutsche Häfen gesetzlich für Walfleisch sperren Der gestrige Protest von Greenpeace-Aktivisten gegen den Transport von Walfleisch über den Hamburger Hafen zeigt Wirkung: Am späten Abend kündigte die taiwanesische Transportfirma "Evergreen Line" an, d
Greenpeace-Kletterer protestieren an Frachtschiff gegen Walfleisch-Transport ...
Umweltminister Altmaier in der Pflicht für den Artenschutz Greenpeace-Aktivisten sind heute Mittag in Hamburg auf das Containerschiff "Eilbek" geklettert, das Walfleisch nach Japan transportieren soll. Vier der Meeresschützer haben sich an den Schiffstauen des 170 Meter langen Frac
Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Walfleisch-Transport ...
Containerschiff bringt Finnwalfleisch aus Island in den Hamburger Hafen - Weitertransport nach Japan Hamburg, 5. Juli 2013 - Gegen den Transport von sechs Containern Finnwalfleisch protestieren Greenpeace-Aktivisten heute Mittag vor dem 336 Meter langen Frachtschiff "Cosco Pride". Die z
Weitere Mitteilungen von Greenpeace
Farming?s Future ? Das neue Unternehmensmagazin von Bayer CropScience: Spannende Entdeckungsreise durch die Welt der Landwirtschaft ...
Medienübergreifendes Konzept mit zahlreichen Zusatzangeboten Monheim, 15. Juli 2013 - Eine kontinuierlich steigende Weltbevölkerung, der Rückgang der pro Kopf verfügbaren Anbaufläche und die zunehmenden Wetterkapriolen - die Rolle der Landwirtschaft ist heute wichtiger denn je. Das neue Un
Das IfG und die Limón GmbH ermitteln Potenzial zur Abwärmenutzung deutscher Gießereien für das Umweltbundesamt (UBA) ...
Aufgabe des vom Umweltbundesamt (UBA) beauftragten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens ist es, das Potenzial der Abwärmenutzung der deutschen Gießereiindustrie zu ermitteln. Das Institut für Gießereitechnik gGmbH (IfG) in Düsseldorf und die Limón GmbH aus Kassel werden hierfür in den näch
Logger-System für Leckortung ZONESCAN Alpha beim Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet ...
Die Effizienz, innovative Algorithmen, die klare Visualisierung und vor allem die Möglichkeit, "Leckstellen sehr schnell zu lokalisieren und eine Reparatur in bisher noch nie dagewesener Geschwindigkeit zu realisieren", waren für die Jury ausschlaggebend für die Prämierung des Systems
Wolf GmbH zeichnet Technologieführer aus ...
Der Titel ?Lieferant des Jahres? der Firma Wolf GmbH geht 2013 erstmals an ebm-papst Mulfingen. Neben den Kriterien Qualität, Liefertermin- und Mengentreue sowie Service wurde besonders die Zusammenarbeit mit ebm-papst bei der Einführung von Klimageräten mit energiesparenden Ventilatoren hervorg




