Neue OZ: Kommentar zu Leiharbeit
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Im eher bodenständigen Papenburg ist es nach dem Tod zweier
Rumänen mit der Ruhe vorbei. Die sich ergebenden Fragen gehen weit
über das Schicksal der beiden Arbeiter hinaus. Schon jetzt ist klar,
dass das Unglück die notwendige Diskussion über das verdrängte Thema
Leiharbeit auf die politische Tagesordnung katapultiert hat. Gut so.
Weniger gut sind die altbekannten Reflexe, die sich schnell nach
einem Unglück einstellen. Aber Vernebeln hilft nicht. Stück für Stück
kommen Informationen heraus, die nicht in das so gern gezeichnete
Bild eines idyllischen Emslands passen. Nicht das Thema Leiharbeit an
sich, sondern die skandalösen Auswüchse vor allem bei Werkverträgen
schockieren.
Die Meyer Werft als industrieller Leuchtturm der Region nutzt seit
Jahren Werkverträge, um Produktionsspitzen abzufangen. Das ist völlig
normal. Und auch die von der Werft gezahlten Löhne sind im ersten
Schritt in Ordnung.
Was die Profitgier zwischengeschalteter Unternehmen daraus macht,
erinnert an die Methoden, die im Manchesterkapitalismus gang und gäbe
waren. Eine Politik aber, die nur das Interesse von Unternehmen
sieht, ist für viele hierzulande längst unvorstellbar geworden. Das
macht den Wert unserer sozialen Marktwirtschaft überdeutlich. Es gilt
dafür zu sorgen, dass der Haltbarkeitsstempel nicht abläuft.
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Datum: 18.07.2013 - 22:00 Uhr
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