Schwäbische Zeitung: Weltfremdes Verbot - Leitartikel
ID: 914655
"Ja, aber". Das baden-württembergische Kultusministerium hat es sich
jetzt einfach gemacht - und "Nein" gesagt: "Nein" zu
Lehrer-Schüler-Kommunikation in Internet-Netzwerken wie Facebook.
Datenschützer und verängstigte Eltern finden das gut. Viele
verunsicherte Pädagogen sicherlich auch. Manch einer wird sich
denken: "Gut so, jetzt kann ich dieses böse Facebook weiter
ignorieren."
Doch genau da liegt das Problem: Wer junge Menschen verstehen
will, muss Facebook, Twitter und Google verstehen. Dazu gehört neben
der Kenntnis aller Risiken auch, die neuen Möglichkeiten des Dialogs
und der vernetzten Zusammenarbeit anzuerkennen und zu nutzen - mit
klaren Richtlinien, aber ohne Verbote.
Natürlich dürfen Soziale Netzwerke nicht die einzige Möglichkeit
für den Austausch von Lehrern und Schülern sein. Jugendliche, die
nichts mit den neuen Medien zu tun haben möchten, dürfen nicht außen
vor bleiben. Die beste Kommunikation ist noch immer die persönliche.
Und natürlich haben vertrauliche Dinge wie Noten nichts in
Facebookchats zu suchen. Doch statistisch gesehen tauschen sich
Schüler heute nun mal zunehmend online aus. Das ist die
Lebenswirklichkeit der jungen Menschen. Somit ist das Verbot des
Kultusministeriums schlichtweg weltfremd.
Regelrecht absurd ist die Erlaubnis für Schulen, weiterhin eigene
Fanseiten bei Facebook betreiben zu dürfen. Auch auf diesen Seiten
werden Schüler Fans, liefern damit Daten an die Datenkrake Facebook.
Wo ist da der Unterschied zu Webprojekten für die Schule? Wo ist da
der Datenschutz?
Statt Soziale Netzwerke pauschal zu verteufeln, sollten Schulen
ihre Schüler lieber in Sachen Medienkompetenz fit machen. Dazu
gehören im Vorlauf auch umfangreiche Schulungen von Lehrern.
Pädagogen können keine Medienkompetenz unterrichten, wenn sie sich
mit Themen wie Privatsphäreeinstellungen, Datensammelwut oder
Internetmobbing nicht auskennen. Schulen und ihre Lehrer müssen mit
der Zeit gehen. Zeugnisse werden ja auch nicht mehr mit der
Schreibmaschine getippt.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.07.2013 - 21:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 914655
Anzahl Zeichen: 2500
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 223 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Weltfremdes Verbot - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Schwäbische Zeitung: Kurz vor knapp - Kommentar ...
Auf den letzten Drücker hat Kultusminister Stoch die Eckpunkte für die Regionale Schulentwicklung durch das Kabinett gebracht. Zwar ist es nicht der angekündigte Gesetzesentwurf vor der Sommerpause geworden, aber zumindest das Konzept haben die Minister abgesegnet. Die Zeit drängt. Spätesten
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Reisekosten von Landespolitikern in NRW ...
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Bei Landesministern ist das anders. Die Öffentlichkeit erfährt so gut wie nie etwas über die Auslandsaufenthalte von Kabinettsmitgliedern, abgesehen von den seltenen medienwirksamen Shake-Hand-Fotos mit Größen der Weltpolitik. Das muss
Westfalenpost: Westfalenpost zur Zukunft des Solidaritätszuschlags ...
Ob diese Wahlkampfhilfe der Kanzlerin für die FDP Absicht war? Das mögen Merkel-Analysten unter sich ausmachen. Aber eine Steilvorlage für die Liberalen ist ihre Ankündigung zweifellos, den Soli zu verlängern, um Infrastruktur in ganz Deutschland zu finanzieren. Denn Rainer Brüderles Ablehn
Westfalenpost: Westfalenpost zum Nachwuchs im britischen Königshaus ...
Die Welt und die Windsors jubeln. Die Bürgerliche Kate Middleton hat dem britischen Königshaus den künftigen König geboren. Der Säugling weiß noch nichts von seinem Glück, da machen die Briten für ihn ein Fass auf. Die Untertanen sind aus dem Häuschen. Der kleine Prinz, 3800 Gramm leich




