Neue OZ: Kommentar zu Kitas
ID: 917123
Zu eng, zu voll und zu laut - so könnte es bald bundesweit in
vielen Kitas aussehen.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass unter dem Ausbau der U-3-Plätze
die Qualität der Betreuung vielerorts leiden wird. Träger dehnen die
Arbeitszeiten aus, Einrichtungen müssen früher geöffnet und später
geschlossen werden. Wegen des knappen Personalschlüssels stehen die
Erzieher unter Druck.
Noch bedenklicher aber sind die Vergrößerung der Gruppen und eine
zunehmende Mischung der Altersstufen. Denn dies kann erwiesenermaßen
die Qualität der Betreuung mindern - auch mit langfristig negativen
Folgen für die Entwicklung der Kinder.
Bisher sind die Maßnahmen das Ergebnis purer Not, das Gesetz
fristgerecht umzusetzen. Nach dem 1. August sollte dann aber wieder
der Grundsatz Qualität geht vor Quantität gelten. Die Politik muss
die Träger daran hindern, es sich in den verminderten und oft
kostengünstigeren Standards bequem zu machen. Sollte die Qualität
dauerhaft leiden, verlieren die Gesetzesmacher an Glaubwürdigkeit:
Sie hatten immer behauptet, dass es ihnen bei dem
U-3-Betreuungsgesetz vor allem um die frühe Förderung der Kinder auch
in Hinblick auf Chancengleichheit geht. Schon jetzt drängt sich aber
die Frage auf, ob nicht stattdessen der Wunsch, die Rekrutierung
junger Mütter für den Arbeitsmarkt zu erleichtern, der Vater des
Gedankens war.
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Datum: 28.07.2013 - 22:00 Uhr
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