Bundesregierung schickt eigene Schiffsflotte ohne Abgastechnik auf See
ID: 917513
Bundesregierung schickt eigene Schiffsflotte ohne Abgastechnik auf See
Umweltverbände: Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz sieht anders aus
Eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Bundesregierung zeigt: Beinahe die gesamte Schiffsflotte des Bundes ist derzeit ohne Abgastechnik auf hoher See unterwegs. Von den 16 Schiffen, die in den vergangenen zehn Jahren geordert wurden, haben 15 weder Stickoxidkatalysatoren noch Dieselrußpartikelfilter an Bord. Mit ihrem extrem hohen Ausstoß an Luftschadstoffen tragen die Schiffe so massiv zur Belastung des Klimas und der Atemluft bei.
Die Kampagne "Rußfrei fürs Klima", die bereits seit mehreren Jahren strengere Emissionsvorgaben für Marine, Polizei- und Forschungsschiffe fordert, hat auf ihrer Webseite die Antworten der Ministerien veröffentlicht. Zwar zeigen die Schreiben, dass inzwischen alle Schiffe mit vergleichsweise sauberem Treibstoff fahren. Doch auf wirkungsvolle und verfügbare Abgastechnik wurde bislang verzichtet. Besonders brisant sind dabei die Abgase jener Schiffe, die durch die hochsensiblen Gebiete der Arktis fahren. Dort tragen insbesondere die Rußemissionen von Schiffen massiv zur Klimaerwärmung und dem Abschmelzen der Gletscher bei.
"Die Bundesregierung fordert in ihrer kürzlich veröffentlichten Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie von allen Anderen den Einsatz von SCR-Katalysatoren und Dieselrußpartikelfiltern. Sie selbst hat aber gerade erst ihr Forschungsschiff ?Sonne? auf Kiel gelegt, das keinen Dieselrußpartikelfilter haben wird. Dabei ist die Technik längst verfügbar und könnte unmittelbar zum Gesundheits- und Klimaschutz beitragen", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Auch bei zahlreichen weiteren bereits geplanten Neubauten gebe es keine verbindliche Zusage, auf moderne Abgastechnik zu setzen. Dabei, so Miller, sollten Neubauten grundsätzlich mit wirksamer Abgastechnik ausgestattet und die bestehende Flotte nachgerüstet werden.
"Es ist unfassbar, dass die Bundesregierung Schiffe, die den Klimawandel untersuchen sollen, ohne Abgastechnik in die Arktis schickt. Damit trägt sie bewusst zum Klimawandel bei, anstatt ihn zu bekämpfen", ergänzte BUND-Geschäftsführer Olaf Bandt. Es müsse selbstverständlich sein, dass Schiffe die in der Verantwortung der Bundesregierung vom Stapel laufen, den neuesten und besten Umweltstandards entsprächen. Stattdessen setze sie auf Flüssiggas (LNG), einen weiteren fossilen Treibstoff, der nur unter bestimmten Bedingungen klimaschonender sei.
Die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage seien, wie erwartet, enttäuschend ausgefallen, kommentierte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch: "Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung nicht nur bisher versäumt hat die eignen Schiffe zum Schutz des Klimas aber auch der Gesundheit der auf den Schiffen tätigen Crew und Wissenschaftlern mit wirksamer Abgastechnik auszurüsten, sondern vielmehr nicht erkennen lässt, dass dieser Missstand durch Nachrüstungen und durch Auflagen in der Neubeschaffung sofort behoben wird. Anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen, erschreckt uns die Regierung auch im Jahr der Luft mit Tatenlosigkeit gegenüber des wichtigsten Umweltproblems Europas - der Luftreinhaltung."
Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD fügte hinzu: "Für die gesundheits- und klimaschädlichen Emissionen hat sich die Bundesregierung kein Minderungsziel gesetzt, obwohl die Reduktion im Schiffsbereich schnell eine Entlastung bringen könnte." In ihren Antworten argumentiere die Bundesregierung vor allem mit aktuell geltenden Vorschriften. "Ambitionierter Klima- und Gesundheitsschutz sieht anders aus und sollte über die leider sehr laschen Vorgaben der International Maritime Organisation (IMO) hinausgehen", so Ziesak.
Die Antworten der zuständigen Ministerien und Informationen zur Kampagne finden Sie unter: www.russfrei-fuers-klima.de
Naturschutzbund Deutschland e.V NABU
Charitéstraße 3
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: 030/284 984-1510
Telefax: 030-284 984-2000
Mail: presse@NABU.de
URL: http://www.nabu.de
PresseKontakt / Agentur:
Naturschutzbund Deutschland e.V NABU
Charitéstraße 3
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: 030/284 984-1510
Telefax: 030-284 984-2000
Mail: presse(at)NABU.de
URL: http://www.nabu.de
Datum: 29.07.2013 - 13:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 917513
Anzahl Zeichen: 4560
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 299 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bundesregierung schickt eigene Schiffsflotte ohne Abgastechnik auf See"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Naturschutzbund Deutschland e.V NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Miller: Bundeslandwirtschaftsministerium verspielt Vertrauen im Umgang mit einem der wertvollsten Schutzgüter Der NABU hat an das Bundeslandwirtschaftsministerium appelliert, die Ziele der Bundesregierung zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland nicht schönzurechnen. In einem jetzt bek
Aggressiver Salamander-Keim: NABU fordert Einschränkung des Wildtierhandels ...
Miller: "Heimische Amphibienbestände durch strenge Einfuhrkontrollen unbedingt schützen" Der NABU begrüßt den Schritt der US-Behörden, ein einstweiliges Importverbot für Salamander und Molche durchzusetzen und fordert auch die deutsche Regierung zum Handeln auf. "Wenn sich
NABU: Etappensieg im Kampf gegen Windpark im Schreiadlergebiet ...
Verwaltungsgericht Schwerin gibt Antrag des NABU statt / Vorerst kein Baubeginn Der NABU hat im Verfahren zur Genehmigung von 16 Windkraftanlagen bei Jördenstorf im Landkreis Rostock einen wichtigen Etappensieg errungen. Das Verwaltungsgericht Schwerin hat mit Beschluss vom 23. Dezember 2015 d
Weitere Mitteilungen von Naturschutzbund Deutschland e.V NABU
Interseroh Austria: Lebensministerium erteilt Genehmigung ...
Die Interseroh Austria verfügte bereits seit 1997 über eine Genehmigung für die Sammlung und Verwertung von sog. Gewerbeverpackungen. Anfang dieses Jahres wurde die Genehmigungsverlängerung für Interseroh Austria nicht erteilt. Daraufhin stellte Interseroh Austria einen neuen Antrag, dem nun st
Markt für Heizstromkunden öffnet sich ...
Wer mit Strom heizt, musste sich bisher zumeist mit den Preisen des örtlichen Grundversorgers abfinden, denn günstige Alternativen gab es kaum. Mit dem neuen Tarifvergleich für Heizstrom beim unabhängigen Vergleichsportal Verivox können sich diese Verbraucher nun einen schnellen Marktüberblic
Perspektiven für die Windenergie Direktvermarktung ...
Der Lernprozess in der Direktvermarktung von Windenergie hält an. Die Umstellung auf die Fernsteuerbarkeit prägt das Jahr 2013. Einerseits müssen nun Betriebsführer, Stromhändler und Anlagenhersteller neue Abstimmungsprozesse einüben, wenn es um die Abstimmung von Anlagenabregelung geht. Gleic
MODBUS TCP - Neues 20 Kanal Remote Mixed-I/O-Modul zur Energieüberwachung ...
Mit dem neuen DMU-5010 bietet AMC nun ein Remote Mixed-I/O-Modul auf Basis Ethernet mit Unterstützung des Modbus TCP Protokolls an. Die Einsatzgebiete sind z.B. Maschinen- und Anlagenüberwachung und in der Fabrikautomation. Das DMU-5010 besteht aus einen Metallgehäuse und einem erweitert




