Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum U3-Ausbau

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum U3-Ausbau

ID: 918620
(ots) - Jedes ein- oder zweijährige Kind in OWL wird
wohl einen Betreuungsplatz bekommen, wenn seine Eltern das wollen.
Die Kommunen sind überzeugt, dass sie den von 1. August an geltenden
Rechtsanspruch erfüllen können. Ziel erreicht. Das sagt jedoch nichts
über die Qualität der Betreuung aus. Danach fragt im Übereifer des
per Quotenvorgabe vorangetriebenen Ausbaus aber niemand. Ein Fehler,
der uns in einigen Jahren einholen wird. Alleine die Tatsache, dass
die Vorgaben zur Betreuung - von Gruppengröße bis Baustandards -
verändert wurden, spricht Bände. Mehr Kinder, weniger Auflagen für
Baufirmen: Das hat mit dem unbedingten Willen zu qualitativ
hochwertiger Betreuung nichts zu tun. Diese Punkte sind aber auch die
Gründe, weshalb der U3-Ausbau trotz aller berechtigter Skepsis doch
noch funktioniert hat. Das gilt aber nicht für alle Bundesländer. In
Niedersachsen fehlen etwa 3000 Betreuungsplätze für unter dreijährige
Kinder. In Hessen liegen erste Klagen vor. Es werden die Kommunen
sein, die sich juristisch mit enttäuschten Eltern auseinandersetzen
müssen. Weder Bund noch Land sind in der Haftung. Auf der untersten
Ebene wird der Kampf um Betreuung geführt werden. Es wird auch in NRW
Städte geben, die das Quotenrennen verlieren. Ein von Forschern
vorgeschlagener Wert von 32 Prozent ist keine Garantie. Wenn mehr
Bedarf wie in Köln vorhanden ist, hilft kein Pochen auf das Erreichen
der Vorgabe. Das ist genauso theoretisch wie die Rechnung »Kind
betreut, Eltern arbeiten, Familie zufrieden«. Solche Pauschalurteile
sind Unsinn. Politiker beschwören gerne die Wahlfreiheit von Eltern -
auch beim U3-Ausbau. Doch haben sie die Wahl? Nein! Der
Rechtsanspruch sagt nichts darüber aus, in welche Einrichtung das
Kind geht. Dabei sollte deren Konzept doch zu Eltern und Kind passen.
Ebenfalls umstritten ist, ob sie die Wahl zwischen Kita und


Tagesmutter haben. Viele Kommunen sagen nein, weil beides im Gesetz
gleichrangig steht. Das Oberverwaltungsgericht Münster urteilte,
Eltern müssten die Wahl haben. Auch hier holt die Praxis die Theorie
ein. Mit solchen Problemen haben viele Bundesländer nicht gerechnet.
Für sie zählte nur: Ausbaumarathon geschafft oder nicht? Alles andere
ist offenbar egal. Wie praxisuntauglich politische Ansätze bei
Kinderförderung oft sind, zeigt die Verwirrung um ein landesweites
Anmeldeverfahren in NRW-Kitas. Erst wird eines angekündigt, dann
zurückgezogen. Dabei wäre die Einführung eine der sinnvollsten
familienpolitischen Maßnahmen aller Zeiten. Das Chaos bei der Vergabe
ist für Eltern und Kommunen unerträglich. Mehrfachanmeldungen kosten
unnötig Zeit. Das hier investierte Geld würde allen Eltern helfen -
egal, ob sie ihr Kind unter drei oder über drei Jahren in eine Kita
geben. An dieser Stelle wären Mittel besser aufgehoben als in
Dutzenden Familienleistungen, die Wissenschaftler jüngst als
unwirksam entlarvt haben.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Badische Neueste Nachrichten: Geschludert Rheinische Post: Chef der Grünen-Fraktion in NRW fordert unterirdische Stromautobahn
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 31.07.2013 - 00:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 918620
Anzahl Zeichen: 3317

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 184 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum U3-Ausbau"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Rheinische Post: Westerwelle warnt vor Zerfall des Euro / "Schnell wieder bei fünf bis sechs Millionen Arbeitslosen" ...
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat vor einem Zerfall Europas und des Euro gewarnt. "Wenn wir die gemeinsame Währung verlieren, gerät Europa auf die schiefe Bahn", sagte Westerwelle der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). Europa befinde

Rheinische Post: Westerwelle lobt Papst Franziskus wegenÄußerungen zur Homosexualität ...
Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat sich lobend über das Wirken von Papst Franziskus geäußert. "Er ist neu in seiner Berufung. Seine Hinwendung zu Ländern, die vor großen sozialen Herausforderungen stehen, ist sehr klug und bemerkenswert", sagte Westerwelle der in Düsseldor

Rheinische Post: Chef der Grünen-Fraktion in NRW fordert unterirdische Stromautobahn ...
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im NRW-Landtag, Reiner Priggen, fordert bei der geplanten Stromautobahn von Meerbusch nach Philippsburg mehr Gesundheitsschutz für die Anwohner. "Wir sollten die Leitung in Wohngebieten unterirdisch verlegen, um die Belastung mit Elektrosmog zu reduzier

Badische Neueste Nachrichten: Tunnel für Europa ...
Die Redner mussten es sich gestern selbst immer wieder klarmachen: Mit dem Spatenstich ist der Bau des Rastatter Tunnels tatsächlich nicht mehr zu stoppen. Geschlagene 40 Jahre lang wurde über das Nadelöhr in der Rheintalbahn debattiert, immer mehr Lösungen wurden geboren und verworfen, im Z


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z