Südwest Presse: KOMMENTAR · BAHN
ID: 924784
Schlankheits- und Abspeckkuren können Menschen krank machen; aber
- im übertragenen Sinn - auch Firmen und öffentliche Institutionen,
wenn es übertrieben wird mit der Diät. Ein ausmergelter Patient ist
in Gestalt der Deutschen Bahn zu besichtigen; und die Öffentlichkeit
staunt, angesichts immer neuer Rekordergebnisse, die das Unternehmen
jährlich verkündet. Und doch ist die Erklärung einfach: Die
Bahnchefs, allen voran Rüdiger Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn,
waren vorrangig damit beschäftigt, das staatliche
Transportunternehmen auf den Börsengang vorzubereiten, es auf
schlanke Strukturen zu trimmen und personell auszudünnen. Eine der
Folgen dieses Abmagerungswahns ist, dass nun Fahrdienstleiter fehlen,
die an Schaltstellen sitzen und im wahrsten Sinne des Wortes Weichen
stellen. Oder eben nicht mehr hinreichend wie in Mainz, weshalb am
dortigen Hauptbahnhof Chaos herrscht. Dass der Bahn-Vorstand bei
seiner zuständigen Tochter DB Netz personell die Notbremse zieht, ist
nur logisch. Doch welche weiteren Konsequenzen hält Grube für
notwendig? Als er 2009 an die Bahn-Spitze kam, war die Hoffnung groß,
dass auf Mehdorn eine Phase der verkehrspolitischen Neuausrichtung
folgen würde, die Fragen wie diese beantwortet: Wie entlasten wir
unsere Ballungsräume? Wie sehen ökologische Konzepte aus? Darüber war
bisher wenig zu hören. Grube ist zu sehr mit Krisenmanagement
befasst.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 11.08.2013 - 19:23 Uhr
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