Westfalenpost: Situation der Kraftwerksbetreiber
In 40 Tagen wird gewählt. Da ist es ein Reflex,
dass sich die Interessenverbände bei der Politik Gehör verschaffen -
so wie es gestern die Kraftwerksbetreiber bei NRW-Wirtschaftsminister
Duin taten. Gleichwohl wäre es fahrlässig, die Klagen der
Energie-Erzeuger nicht ernst zu nehmen.
Denn die
Energiewende und der damit einhergehende Vorrang für Ökostrom im Netz
haben die Dinge auf den Kopf gestellt. Während Windräder und
Solaranlagen berechenbare Erlöse erwirtschaften, sind Gas- und
Kohlekraftwerke zu Verlustbringern geworden. Selbst Anlagen mit
höchsten Wirkungsgraden stehen tagelang still, weil der erzeugte
Strom nur mit Verlusten abgegeben werden könnte. Und so ist es nur
konsequent, dass die Unternehmen den wirtschaftlichen Zwängen folgen
und ernsthaft erwägen, diese Anlagen abzuschalten.
Nun
droht, selbst wenn einige Blöcke vom Netz gehen, noch kein sofortiger
Blackout. Trotzdem muss dringend geregelt werden, wer denn den Strom
liefert, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.
Deutschland ist noch lange angewiesen auf konventionelle Kraftwerke.
Diese Reservekapazität bereitzuhalten darf nicht allein dem Spiel der
Kräfte überlassen werden. Die Energiewirtschaft braucht
Investitionssicherheit - und das hat nichts mit Wahlkampf zu tun.
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Datum: 12.08.2013 - 20:55 Uhr
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