Lehrer für den Umgang mit Antisemitismus in sozialen Medien fit machen: 'Vielfalt in Schulen' startet in das zweite Schuljahr
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Lehrer für den Umgang mit Antisemitismus in sozialen Medien fit machen: "Vielfalt in Schulen" startet in das zweite Schuljahr
Mit Beginn des neuen Schuljahres ist das Projekt »Vielfalt in Schulen« in das zweite Jahr gestartet. In dem von der Stiftung Mercator mit rund 800.000 Euro geförderten Projekt entwickelt das Jüdische Museum Berlin in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung innovative und praxisnahe Methoden für die schulische Bildungsarbeit. In enger Zusammenarbeit mit drei Berliner Partnerschulen aus Kreuzberg, Spandau und Wedding werden Lehrer_innen in Netzwerktreffen, Workshops und Diversity Trainings beraten im Umgang mit Diversität im Schulalltag.
»Ein Schwerpunkt in den kommenden Monaten ist es, die Kompetenz der Lehrer_innen im Umgang mit Antisemitismus in sozialen Netzwerken zu stärken«, sagt Rosa Fava, Leiterin von »Vielfalt in Schulen« am Jüdischen Museum Berlin. Acht von zehn Schüler_innen nutzen soziale Netzwerke. Diese Entwicklung haben auch die Rechtsextremisten erkannt. 2012 zählte das Unternehmen Jugendschutz.net 5.500 rechtsextremistische Angebote im Social Media-Bereich. Davon waren 90 Prozent bei Youtube, Facebook und Twitter zu finden.
Die Website www.vielfalt-in-schulen.de
Die neugestaltete Website www.vielfalt-in-schulen.de informiert ausführlich über die Bildungsangebote und den Projektverlauf: Aktuelles, Fortbildungen, Prozessbegleitung, Aktivitäten und allgemeine Projektinformationen geben aktuell und umfassend Einblick in die Arbeit von »Vielfalt von Schulen«. Diese Online-Präsenz soll auch andere Schulen und Museen angeregen, ähnliche Bildungspartnerschaften aufzubauen und von den Erfahrungen des Projektes zu profitieren.
Veranstaltungen im ersten Schulhalbjahr
Bis Januar 2014 sind vier Veranstaltungen mit den Lehrer_innen der drei Berliner Partnerschulen geplant: Auftakt bildet ein Museumsgespräch am 28. August in der aktuellen Ausstellung »Die ganze Wahrheit ? was Sie schon immer über Juden wissen wollten« im Jüdischen Museum Berlin. Im fachlichen Austausch erörtern die Lehrkräfte, welche neuen Perspektiven Ausstellungen in der Auseinandersetzung mit Diversität in der deutschen Migrationsgesellschaft eröffnen können.
Beim inzwischen dritten Vernetzungstreffen am 26. September wird mit den Lehrer_innen der drei Schulen besprochen, mit welchen Projektaktivitäten Vielfalt im Schulleben fest verankert werden kann.
Am 24. Oktober findet in Zusammenarbeit mit dem Kreuzberger »Archiv der Jugendkulturen« eine Fortbildung zu Selbst- und Fremdbildern in jugendkulturellen Medien statt. Am Beispiel von Antisemitismus lernen die Lehrkräfte aktuelle Methoden im Umgang mit Diskriminierung in sozialen Netzwerken kennen.
Im November sind die drei Partnerschulen gemeinsam mit dem Projektpartner »Eine Welt der Vielfalt e. V.« zu einem ganztägigen Diversity Training in das Jüdische Museum Berlin eingeladen. Anhand von Beispielen aus dem Schulalltag soll kritisch reflektiert werden, welche Selbst- und Fremdbilder im Hinblick auf Geschlechterrollen von Deutschen und Migranten in vielen Köpfen existieren und den Alltag beeinflussen.
Das Projekt »Vielfalt in Schulen«
2012 startete das Projekt »Vielfalt in Schulen« an drei Berliner Schulen: der B.-Traven-Gemeinschaftsschule in der Großsiedlung Falkenhagener Feld, dem Hermann-Hesse-Gymnasium in Kreuzberg sowie der Weddinger Ernst-Schering-Schule.
In dem auf drei Jahre angelegten Projekt geht es um die Entwicklung innovativer und übertragbarer Lösungsansätze und -methoden für die schulische Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft. Gemeinsam werden Module für die Fort- und Weiterbildung von Lehrer_innen ausgearbeitet.
Das Programm wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung durchgeführt und durch die Stiftung Mercator gefördert.
Das Jüdische Museum Berlin entwickelt seit zehn Jahren innovative Bildungsprogramme und ist ein wichtiger außerschulischer Lernort. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ist eine gemeinnützige Bildungsstiftung und setzt sich seit ihrer Gründung 1994 dafür ein, dass junge Menschen gut aufwachsen und lernen können. Die Stiftung Mercator entwickelt nachhaltige Programme zu Integration und Kultureller Bildung und fördert das Projekt »Vielfalt in Schulen« mit rund 800.000 Euro.
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Datum: 16.08.2013 - 10:51 Uhr
Sprache: Deutsch
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