Neue OZ: Interview mit Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks
ID: 928343
"großes Gefahrenpotential"
Generalsekretär warnt nach RWE-Sparplan vor "Dominoeffekt" -
Schwannecke: Stromschwankungen stören die Produktion
Osnabrück.- Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht
in der Abschaltung konventioneller Kraftwerke "großes
Gefahrenpotential". In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Samstag) warnte Generalsekretär Holger Schwannecke vor
Stromausfällen und Stromschwankungen. Diese gefährdeten die
Produktion. Strom aus erneuerbaren Energien allein fließe nicht
verlässlich, betonte er. Für die Wirtschaft sei Versorgungssicherheit
aber eine zentrale Frage. Schwannecke hält es für
betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, wenn der Konzern RWE
konventionelle und damit unrentable Kraftwerkskapazitäten vom Markt
nehme. "Die Gefahr ist, dass dies zu einem Dominoeffekt führt und
weitere Energiekonzerne die Leistung drosseln", warnte der
ZDH-Generalsekretär. Er forderte Bund und Länder auf, das Gesetz zur
Förderung Erneuerbarer Energie (EEG) sofort nach der Wahl im
September grundsätzlich zu korrigieren. Die Strompreisentwicklung sei
"abenteuerlich". Abgaben und Steuern machten 40 Prozent der Kosten
aus. Und die EEG-Umlage treibe die Preise immer weiter hoch. Das sei
für das Handwerk "bedrohlich". Schwannecke kritisierte ferner, dass
bei der Energiewende nur von einer Stromwende geredet werden könne.
Die zweite starke Säule, die Energieeffizienz, werde sträflich
vernachlässigt. Es sei dringend nötig, einen neuen Anlauf für die
steuerliche Begünstigung energetischer Gebäudesanierung zu starten.
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Handwerk schlägt Erfolgsprämien für gute Fachkräfte vor
Warnung vor "Akademisierung" - "Nicht alle zum Abitur und in die
Hochschulen treiben"
Osnabrück.- Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat
Erfolgsprämien für gute Fachkräfte vorgeschlagen. In einem Interview
mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte
ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, angesichts akuten
Fachkräftemangels seien mehr Anstrengungen der Betriebe nötig, die
gut ausgebildeten Kräfte im Handwerk zu halten. Neben attraktiven
Angeboten zur Fort- und Weiterbildung seien auch Erfolgsprämien
sinnvoll zur Motivation der Mitarbeiter. Schwannecke begrüßte die
Forderung von Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU), mehr Gesellen
und Meister an die Universitäten zu bringen. Die Durchlässigkeit
zwischen beruflicher Bildung und akademischer Laufbahn sei zu
verbessern, und zwar in beide Richtungen. Kritisch sei allerdings
eine weitere "Akademisierung". Er halte gar nichts davon, möglichst
alle zum Abitur und in die Hochschulen zu treiben, sagte Schwannecke.
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Datum: 17.08.2013 - 07:00 Uhr
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