Neue OZ: Kommentar zu Flüchtlinge / Asyl / Demonstrationen
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So erschreckend die Szenen vor dem Hellersdorfer Wohnheim anmuten
mögen: Eine Welle offener Ausländerfeindlichkeit wie in den
1990er-Jahren dürften sie nicht markieren. Dafür hat die Politik seit
der Ära Kohl zu gründlich dazugelernt.
Den alten Grundgedanken, dass Fremdenfeindlichkeit eine
naturgemäße Folge von wachsenden Flüchtlingszahlen sei, gibt es heute
in der Form nicht mehr - zumindest nicht offiziell. Zudem setzt sich
die Gesellschaft schon lange mit Fremdenhass und Rassismus
auseinander. Das zeigt sich nun an den großen Demonstrantengruppen,
die sich den Rassisten in den Weg stellen.
Dennoch weckt das Szenario Unbehagen. Aggressive Menschen vor
einer Flüchtlingsunterkunft - die Bilder erinnern an das düstere
Kapitel in den 90er-Jahren. Dass manche Politiker die steigenden
Asylbewerberzahlen zu Flüchtlingsschwemmen aufblasen, schürt die
Angst vor Überfremdung.
Es gilt nun, sich zu einer offenen Gesellschaft zu bekennen, um
Rechtsextremen, die wie in Berlin die Situation auszunutzen
versuchen, den Boden unter den Füßen wegzuziehen.
Dazu gehört sichtbares bürgerliches Engagement wie das der
Flüchtlingsunterstützer. Dazu gehört aber auch politische Weitsicht:
Flüchtlinge etwa in Massenunterkünften zusammenzupferchen tut der
Sache keinen Gefallen. Es ist ein überholtes Konzept. Hier muss die
Politik neu überlegen. Rechtzeitig.
Cornelia Mönster
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Datum: 21.08.2013 - 22:00 Uhr
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