Badische Neueste Nachrichten: Halbherziger Dialog
ID: 932911
Neustart der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und
Palästinensern fast völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit
verdrängt. Deshalb wurde nur wenig Notiz davon genommen, dass der
Dialog gestern von den Palästinensern unterbrochen wurde. Über
Jahrzehnte war der Konflikt zwischen Juden und Palästinensern das
Gravitationszentrum, das den Nahen Osten beherrschte. Erst mit dem
Afghanistan- und dem Irak-Krieg und schließlich mit den Rebellionen
in der arabischen Welt veränderte sich das Bild. Die festgefahrenen
Nahost-Verhandlungen taten ein Übriges, um alle Hoffnungen auf einen
vernünftigen Kompromiss fahren zu lassen. Doch die augenblickliche
Lage trügt. Man muss sich nur vor Augen halten, welches Signal von
einer Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ausginge.
Zwei Todfeinde, die sich seit langem bekriegen, reichen sich die
Hand. Dies würde in die gesamte arabische Welt ausstrahlen und
deutlich machen, dass der tiefe Graben zwischen westlicher und
muslimischer Lebensform überwunden werden kann. Aber wie realistisch
ist es, dass es dazu kommt? Israel mag mit der Freilassung der
palästinensischen Gefangenen ein positives Zeichen gesetzt haben;
aber seine Unnachgiebigkeit beim Siedlungsausbau verheißt nichts
Gutes. Die Palästinenser wiederum stellen Maximalforderungen, die von
jüdischer Seite nur schwer zu erfüllen sind. Beide führen die
Verhandlungen also sehr halbherzig. Wer die Kontrahenten
zusammenzwingt, sind die USA. Vom Druck der Weltmacht wird es
abhängen, ob die Verhandlungen zum Erfolg führen. Aber man mag nicht
so recht daran glauben, dass Washington tatsächlich der ehrliche
Makler ist, der vonnöten wäre.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 26.08.2013 - 22:59 Uhr
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