Westfalenpost: Westfalenpost zur Fleischindustrie
So ein saftiges Steak, so ein zartes Wiener
Schnitzel im XXL-Format oder so ein Stück Putenbrust, das auf der
Zunge zergeht: lecker. Das Mittagessen rückt näher. Der Gedanke an
Fleisch aller Art lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die
Geschmacksnerven jubilieren. Vorfreude. Passen Sie auf, dass Ihnen
nicht der Appetit vergeht. In dieser Hinsicht versteht die
Fleischbranche ihr Geschäft. Nein, dieses Mal geht es nicht um die
Tierhaltung. Nicht um Hühner in Käfigen, um Schweine, die bei
lebendigem Leib verbrüht werden, sondern um Menschen, die wie Tiere
behandelt werden.
Moderne Sklaverei ist offenbar in der
fleischverarbeitenden Industrie an der Tagesordnung. Nur wer die
Kosten um jeden Preis drücken kann, der überlebt im knallharten
Wettbewerb. Das billige Fleisch hat seinen
Preis.
Mitarbeiter aus Osteuropa töten, zerlegen und
verpacken die tierische Ware in den Unternehmen - für kleines Geld.
Nicht als Angestellte des Schlacht- oder Verarbeitungsunternehmens,
sondern als Werksvertragsarbeiter von Subunternehmen erhalten sie
nach Schätzungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten pro
Stunde vier bis fünf Euro. Zum unverschämten Niedriglohn gehört nicht
selten eine menschenunwürdige Massenunterkunft. All das schreit zum
Himmel. Es ist und bleibt eine Schweinerei.
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Westfalenpost
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Datum: 28.08.2013 - 21:04 Uhr
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