Neue OZ: Kommentar zu Krankenkassen
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Wieder geht es bei einem Thema des Gesundheitswesens um viel Geld,
um finanzielle Anreize und um den Verdacht eines unkorrekten
Vorgehens. Doch nun stehen einmal nicht die Ärzte im Blick der
Öffentlichkeit, sondern die gesetzlichen Krankenkassen. Der Grund:
Den Prüfern des Bundesversicherungsamtes ist aufgefallen, dass es bei
einigen Krankenkassen im Jahr 2009 deutlich mehr kostenträchtige
Diagnosen gab als zuvor. Wurde da also manipuliert? Für schwere
Vorwürfe besteht derzeit kein Anlass. Vor einer Beurteilung ist eine
sorgfältige Prüfung nötig.
Die statistischen Auffälligkeiten haben vermutlich mit einem
Wortungetüm namens morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich zu
tun. Dahinter steckt das sinnvolle Anliegen, den Wettbewerb der
gesetzlichen Krankenkassen möglichst gerecht zu gestalten und
Nachteile auszugleichen. Wenn einer Kasse überdurchschnittlich viele
schwer und chronisch Kranke angehören, bekommt sie mehr Geld aus dem
Gesundheitsfonds. Allerdings entsteht so auch der Anreiz, viele teure
Diagnosen zu melden. Aber ob es tatsächlich zu mehr Herzinfarkten
oder Hautgeschwüren als zuvor kam, die Diagnosen exakter wurden oder
die Kassen getrickst haben, muss jetzt geklärt werden. Die
Krankenkassen sind am Zug. Sie stehen unter Erklärungszwang und
müssen jeden Verdacht der Manipulation ausräumen.
Christof Haverkamp
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Datum: 03.09.2013 - 22:00 Uhr
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