Neue OZ: Kommentar zu Japan / Atom
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Welch durchsichtiges Propagandamanöver. Die Entscheidung über die
Vergabe der Olympischen Spiele 2020 rückt näher, und plötzlich
schaltet sich die japanische Regierung medienwirksam in das
Krisenmanagement am Unglücksreaktor Fukushima ein. Der
Weltöffentlichkeit soll einmal mehr vorgegaukelt werden, die Japaner
hätten die Lage unter Kontrolle. Das Gegenteil ist der Fall.
Zweieinhalb Jahre nach dem GAU am Pazifik ist immer noch keine
Lösung der Probleme erkennbar. Stattdessen gelangt immer wieder
radioaktives Grundwasser ins Meer. Auch weiß niemand, was mit dem
verstrahlten Kühlwasser geschehen soll. Hunderttausende Tonnen sind
schon in Tanks zwischengelagert worden. Werden diese gefährlichen
Fluten am Ende ebenfalls in den Pazifik fließen?
Sicher ist indessen, dass der Kraftwerksbetreiber Tepco sich
bislang als überfordert erwiesen hat. Und auch die neuen Pläne, die
nun mit Unterstützung der Regierung verwirklicht werden sollen, sind
zu Recht umstritten. Denn es kann keine Dauerlösung sein, das
Erdreich rund um die Unglücksreaktoren einzufrieren, schon aus
Kostengründen, aber auch wegen der Störanfälligkeit des Projekts.
Mitleid mit den Japanern muss freilich niemand haben. Denn statt aus
der Atomkraft auszusteigen, planen sie einen groß angelegten
Wiedereinstieg in die Atomstromproduktion. Sie haben nichts
dazugelernt.
Uwe Westdörp
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Datum: 03.09.2013 - 22:00 Uhr
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