Neue OZ: Interview mit dem "Gedankenleser" und Bestsellerautor Thorsten Havener
ID: 944136
Frauen
"Sie wollen sich in ein besseres Licht setzen" - "Frauen wollen,
dass andere sich wohler fühlen" - Lob für Günther Jauchs
Körpersprache
Osnabrück.- Der "Gedankenleser" und Bestsellerautor Thorsten
Havener ist davon überzeugt, dass Männer aus anderen Gründen lügen
als Frauen: "Männer lügen meistens, um sich selbst in ein besseres
Licht zu stellen, sie lügen bei der PS-Zahl ihres Autos, bei ihrem
Einkommen, bei Dingen, die sie dominant erscheinen lassen," sagte der
40-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Dies sei
zwar "ein bisschen erbärmlich", aber auch natürlich: "Wir sind nun
mal Männer, wollen dominant erscheinen und imponieren, das ist Teil
des Männlichseins."
Frauen hingegen lügen nach Haveners Worten "in der Regel, um den
anderen sich wohler fühlen zu lassen. Die sagen zum Beispiel ,Sieht
gut aus, was Du anhast', auch wenn sie es gar nicht so toll finden.
Oder sie sagen zu schwangeren Freundinnen, die Geburt sei gar nicht
so schlimm gewesen, obwohl es in Wirklichkeit die Hölle war."
Havener relativierte in dem Gespräch seine angebliche Fähigkeit,
Gedanken lesen zu können: "Meine Definition von Gedankenlesen ist
Körperlesen. Gedächtniskunst und Körperlesen sind die beiden Dinge,
mit denen ich mich außergewöhnlich lange und intensiv beschäftigt
habe. Ich lese nicht in den Gedanken, sondern ich lese am Körper. Ich
achte auf die Mimik, auf die Augen."
Falsch sei allerdings der Wikipedia-Eintrag, wonach seine Methoden
in der Raumfahrt, beim Militär, von Verhörspezialisten und
Geheimdiensten eingesetzt werden: "Die haben nie bei mir angerufen
und gefragt: ,Dürfen wir das auch benutzen?' Es ist vielmehr so, dass
ich mich mit Dingen beschäftigt habe, mit denen sich
Verhörspezialisten, Motivationsexperten oder Militärs auch befassen.
Daraus zu schließen, dass die meine Bücher lesen und quasi als
Handbuch nutzen, ist natürlich totaler Quatsch."
Ein Kompliment machte der "Gedankenleser" Günther Jauch für seine
Moderation der Quizshow "Wer wird Millionär?": "Er kontrolliert seine
Körpersprache inzwischen unglaublich gut, das hängt natürlich auch
mit der Vielzahl seiner Sendungen zusammen. Wenn man erst mal die
Erfahrung von tausend Sendungen hat, ist man einfach sehr routiniert
und kann besser auf das achten, was man preisgibt oder auch nicht.
Auf jeden Fall ist er kein einfacher Kandidat zum Körperlesen. Und
damit für die Sendung perfekt."
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Datum: 13.09.2013 - 09:00 Uhr
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