Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) und Schalke
ID: 944712
Auswärtsspiel hat. Würde der Klub in Gelsenkirchen antreten, hätte
der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger wohl ein Problem.
Nicht wegen der vielleicht aufgebrachten Stimmung gegen ihn, sondern
deshalb, weil ein Fußballspiel mit mehr als 60 000 Zuschauern ohne
Polizeischutz im Stadion oder funktionierenden privaten
Sicherheitsdienst wohl nicht bedenkenlos möglich wäre. So ist Jägers
Ankündigung, die Ordnungskräfte abzuziehen, bereits nach einem Tag
Makulatur. Der SPD-Minister hat ein klassisches Eigentor geschossen,
aber trotzdem in der Sache nicht komplett unrecht. Bereits am Freitag
musste Ralf Jäger kräftig zurückrudern und kündigte
»Gesprächsbereitschaft« an. Gut möglich, dass Ministerpräsidentin
Hannelore Kraft ihn zurückgepfiffen hat. Denn es ist ja nicht das
erste Mal, dass der Genosse auf der verbalen Überholspur unterwegs
ist. Sein Plan, Schalke die Polizei abzuziehen, war alles andere als
durchdacht. Entweder der Minister hätte sagen müssen, die Polizei aus
allen Stadien in NRW abziehen zu wollen oder gar nicht. Hier an
Schalke ein Exempel zu statuieren, eine Retourkutsche zu fahren oder
Wahlkampf machen zu wollen, ist der falsche Weg. Der Minister hat Öl
ins Feuer gegossen, obwohl das Verhältnis zwischen Fans, Vereinen und
der Polizei ohnehin angespannt ist. Besonnenheit ist eben nicht die
Stärke des Politikers, der Pädagogik studiert hat, sein Studium aber
nie beendete. In der Debatte um Sicherheit in Stadien ist
grundsätzlich wichtig: Fußballfans und Ultras sind nicht automatisch
immer Schläger und Randalierer. Genauso sind Polizisten nicht immer
die Guten. In beiden »Lagern« gibt es schwarze Schafe, und das macht
die Sache so kompliziert. Gegenseitige Provokationen und auch die
Lust an Gewalt kommen noch dazu. Weil das so ist, müssen die
Verantwortlichen Experten sein und ein Höchstmaß an
Fingerspitzengefühl haben. Dies fehlte dem Verein Schalke, aber auch
der Polizei beim umstrittenen Einsatz der Hundertschaft im Spiel
gegen Saloniki. Schalke deshalb, weil der Verein als Hausherr -
anders als bisher behauptet - dem Einsatz selbstverständlich
zugestimmt hat. Der Polizei deshalb, weil die Aktion mit Pfefferspray
und Gummiknüppeln in keinem Verhältnis stand zu einer angeblich
provozierenden mazedonischen Fahne, die im S04-Block geschwenkt
wurde. Richtig ist, und da hat Jäger recht, dass Vereine und die
Polizei für die Sicherheit im und am Stadion sorgen müssen. Hier der
Polizei die Verantwortung zuzuschieben, ist falsch. Bisher beteiligen
sich die Klubs trotz hoher Umsätze zu wenig oder gar nicht an den
Kosten. Ganz zu schweigen von professionellen Sicherheitsdiensten,
die es nicht gibt. Es ist höchste Zeit, dass Schalke und die Polizei
nicht länger über-, sondern miteinander reden, um eine Lösung zu
finden. Es wäre gut, wenn die Verantwortlichen endlich
verantwortungsbewusst handeln würden. Denn schließlich fordern sie
genau das auch von den Fans.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.09.2013 - 20:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 944712
Anzahl Zeichen: 3431
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 199 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) und Schalke"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Peer Steinbrück ...
Als Peer Steinbrück nach seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten Beinfreiheit einforderte, konnte niemand ahnen, dass er damit den Mittelfinger seiner rechten Hand meinen könnte. Nun rätselt die Republik: Begeht der Mann mit seiner obszönen Geste auf dem Magazin-Titelbild politischen Hara
RNZ: Kein Erfolg - Kommentar der Rhein-Neckar-Zeitung ...
Die vier indischen Vergewaltiger verdienen eine harte Strafe. Dass das Gericht nun - möglicherweise auch durch den großen öffentlichen Druck - die Todesstrafe verhängte, ist aber kein gutes Signal. Die Hoffnung der Angehörigen auf Genugtuung und Rache ist erfüllt worden. Doch darum darf es
Rheinische Post: Erdogan polarisiert = Von Matthias Beermann ...
Es ist keine Frage, Recep Tayyip Erdogan hat sehr viel getan für sein Land, die Türkei. Doch nun brennt es dort gleich an mehreren Stellen. Die Proteste gegen seinen autoritären Führungsstil flammen wieder auf, der gerade erst beruhigte Kurdenkonflikt droht sich erneut zuzuspitzen, und nun b
Rheinische Post: Für Pflege qualifizieren = Von Birgit Marschall ...
Altenpflegeheime und private Haushalte finden schon heute nur schwer examinierte Pflegefachkräfte. In den kommenden Jahren wird der Bedarf noch deutlich größer: Bis 2016 fehlen nach einer neuen Hochrechnung insgesamt 40 000 Fach- und Hilfskräfte. Es ist höchste Zeit, hier mit allen Mitteln g




