Schwäbische Zeitung: Hessische Verhältnisse - Leitartikel
ID: 946585
werden alle nach Berlin blicken und wenige nach Wiesbaden. Doch auch
in Hessen könnte die Wahlnacht spannend werden, spannender vielleicht
als im Bund. Denn während es auf Bundesebene wohl nur noch darum
geht, ob es für Schwarz-Gelb reicht oder doch nur für Schwarz-Rot,
steht die Entscheidung in Wiesbaden Spitz auf Knopf.
Dort wackelt die vorletzte schwarz-gelbe Landesregierung (neben
Sachsen). Der wahlkämpfende Ministerpräsident Volker Bouffier malt
das Schreckgespenst Rot-Rot-Grün an die Wand. Das mag in der
aktuellen politischen Lage weder im Bund noch in Hessen ein
realistisches Szenario sein. Dass SPD-Politiker diese Machtoption
immer und immer wieder dementieren müssen, hängt aber auch just mit
den hessischen Genossen zusammen. Genauer: Mit ihrer früheren
Frontfrau Andrea Ypsilanti. Deren Wortbruch in Sachen Linksbündnis
klingt im aktuellen Landtagswahlkampf nach. Schwarz-Gelb warnt
genüsslich vor "hessischen Verhältnissen".
Zu diesen hessischen Zuständen gehörte es lange, dass die Gräben
zwischen den politischen Lagern hier traditionell tiefer waren als im
Rest der Republik; die Rechten sind rechter, die Linken linker. Die
Hessen-CDU wurde geprägt durch erzkonservative Männer wie Alfred
Dregger und Manfred Kanther; auf der anderen Seite zog Joseph Fischer
als turnschuhtragender Bürgerschreck hier ins Umweltministerium ein.
In den vergangenen drei Jahren ist die politische Auseinandersetzung
versöhnlicher geworden. Das kann sich Bouffier als Erfolg anrechnen.
Rot-Grün hat Schwarz-Gelb in Schleswig-Holstein abgelöst und in
Niedersachsen. Käme ein Machtwechsel in Hessen hinzu, hätten SPD und
Grüne eine eigene Mehrheit ohne die Linke im Bundesrat. Für
Schwarz-Gelb würde das Regieren noch unbequemer, auch wenn es im Bund
noch einmal reichen sollte. Wenn also alle am Sonntag nach Berlin
blicken, werden zumindest die Politik-Strategen in Berlin ganz genau
nach Wiesbaden schauen.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.09.2013 - 21:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 946585
Anzahl Zeichen: 2356
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 240 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Hessische Verhältnisse - Leitartikel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Lausitzer Rundschau: BTU ist BTU Start für Pflegewissenschaften und Innovationszentrum ...
Nicht einmal drei Monate nach der Uni-Neugründung in der Lausitz macht die Brandenburgische Technische Universität mit Zukunftsprojekten von sich reden - mit neuen Studiengängen in den Pflege- und Therapiewissenschaften. Aber auch mit einem Projekt, dass der BTU künftig Bedeutung weit über L
Schwäbische Zeitung: Ruck bleibt aus - Kommentar ...
Überm Weißen Haus weht das Sternenbanner auf halbmast, der Präsident findet angemessene Worte. Es ist ein würdevolles Ritual, aber auch eines der Ohnmacht, weil der Trauer an politischen Taten wieder nichts folgen wird. In einem Land, in dem sich Gegner und Befürworter privaten Waffenbesitz
Lausitzer Rundschau: Es gibt Unterschiede Zum Erfolg und Nutzen des Wahl-O-Mat ...
Der Erfolg des Wahl-O-Mat verwundert nicht. Viele, vor allem junge Wähler sind auch jetzt noch auf der Suche nach Hilfestellung, wenn es darum geht, in diesem Wahlkampf irgendwie einen inhaltlichen Überblick zu bekommen. Da ist das Internetangebot mehr als hilfreich. Gut also, dass es den Wahl-
Westfalenpost: Westfalenpost zur E-Zigarette ...
Um einen Irrtum gleich auszuräumen: Die Richter in Münster hatten nicht zu entscheiden über mögliche Gesundheitsgefahren durch E-Zigaretten. Die elektrische Kippe darf weiter frei im Handel verkauft werden - auch ohne Teerbestandteile bleibt das Nikotin aber in der Luft. Krebsforscher jedenf




