Neue OZ: Kommentar zu Schulen / Abitur
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G 8, G 9 oder ein Mittelding dazwischen? Die Frage, nach welchem
Zeitraum Schüler in Niedersachsen künftig ihr Abitur absolvieren
sollen, ist ein heißes Thema. Und ständig kommen neue Varianten ins
Spiel, die die Debatte befeuern. Bemerkenswert erscheint, wie schnell
die Front derer zusammengebrochen ist, die sich in der Vergangenheit
vehement für das Turbo-Abi starkgemacht haben, vom Philologenverband
über Elternräte und Vertreter der Wirtschaft bis hin zur FDP. Dabei
würden die Liberalen heute weit überzeugender wirken, wenn sie ihr
Ausstiegsmodell nicht erst jetzt, sondern schon zu Regierungszeiten
präsentiert hätten.
Grundsätzlich ist es natürlich vernünftig, etwas auf den Prüfstand
zu stellen, was in der Gesellschaft weithin auf Kritik und Ablehnung
stößt. Und das ist beim Früh-Abitur zweifellos der Fall. Aber in der
jetzt entbrannten Diskussion gibt es auch einiges an Ungereimtheiten.
Ein Beispiel: So klingt es ja schön, an jedem Gymnasium demnächst
zweispurig zum Abitur zu fahren, wie das verschiedene Modelle
anpreisen. Aber es dürfte seine Tücken haben, dies organisatorisch
tatsächlich zu meistern. Und widersprüchlich mutet es auch an, wenn
ständig lauthals die Überlastung von Gymnasiasten am Nachmittag
beklagt wird, und man mit gleichem Nachdruck auf Ganztagsangebote
pocht.
Hans Brinkmann
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 17.09.2013 - 22:00 Uhr
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