Neue OZ: Kommentar zu Amoklauf / USA
ID: 946594
Schon wieder ein Amoklauf. Ein schwer bewaffneter Mann betritt
ungehindert einen Marinestützpunkt in der US-Hauptstadt Washington
und erschießt zwölf Menschen. Nach dieser Bluttat bleibt die bittere
Erkenntnis: Die USA mögen Weltmeister in der Überwachung sein, wie
der NSA-Skandal zeigt. Auch schalten sie mit unbemannten Drohnen
punktgenau Gegner aus, etwa in Pakistan oder im Jemen. Ja, nach außen
hin hat die Supermacht ihre Verteidigung perfektioniert. Doch das
hilft ihnen nicht, wenn der Feind aus dem Inneren kommt.
Freilich stellt sich die Frage, inwieweit die Verbrechen von
Amoktätern überhaupt verhindert werden können. Doch dass der Schütze,
ein IT-Mitarbeiter, mit Sturmgewehr, Schrotflinte und Handfeuerwaffe
unbehelligt in den Marinestützpunkt in Washington gelangen konnte,
wirft kein gutes Licht auf die Sicherheitskontrollen.
Das Blutbad lenkt den Blick ferner ein weiteres Mal auf den
altbekannten Streitpunkt: die zu laschen Waffengesetze der
Amerikaner. Nach der Schießerei an einer Grundschule im vergangenen
Dezember kündigte US-Präsident Barack Obama eine Verschärfung des
Waffenrechts an. Sein Vorstoß scheiterte im Kongress. Nun sind wieder
Tote zu beklagen. Und nach wie vor ist es für Amokläufer in den USA
einfach, ihre perfiden Fantasien in die Tat umzusetzen.
Franziska Kückmann
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Datum: 17.09.2013 - 22:00 Uhr
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